Tag der Dörfer – Digitales Format überzeugt Dorfaktive

REGIONALE 2025 als große Chance für die Zukunft der Dörfer in Südwestfalen

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Rund 100 Dorfaktive beteiligten sich im digitalen Raum am "7. Tag der Dörfer". (Foto: Südwestfalen Agentur)

Eine Plattform für Austausch, Vernetzung und neue Ideen für die Dörfer Südwestfalens bietet einmal im Jahr der „Tag der Dörfer“. Aktive, Engagierte und Interessierte aus der gesamten Region treffen sich dafür normalerweise direkt vor Ort in einem Gastgeberdorf. In diesem Jahr fand das „Forum der Dorfaktiven“ nun zum ersten Mal digital statt. Und auch der virtuelle Raum bot den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Platz für Inspirationen, neue Ideen und einen regen Erfahrungsaustausch zu den Themen Ehrenamt, Kultur und „Digitales Dorf“.

„Dass wir uns in diesem Jahr digital treffen, passt sehr gut zur REGIONALE 2025 und unserem Leitmotiv, der Südwestfalen-DNA – ‘digital, nachhaltig, authentisch‘. Mit den REGIONALE-Projekten wollen wir die Instrumente der Digitalisierung nutzen, um Herausforderungen in unserer Region zu lösen – auch in den Dörfern Südwestfalens“, mit diesen Worten eröffnete Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 den „7. Tag der Dörfer“. Das Strukturprogramm und die Chancen, die sich daraus für die Zukunft der Dörfer Südwestfalens ergeben, waren dann auch das übergreifende Thema.

Vorträge geben neue Impulse in die Region

Als Organisatorin der Veranstaltung lädt die Südwestfalen Agentur jedes Jahr Referentinnen und Referenten ein, die in ihren Vorträgen Impulse zu verschiedenen Themen in die Region hineingeben. In diesem Jahr drehte sich bei diesen Vorträgen alles um das Thema Kultur. „Kunst und Kultur ermöglichen als Impulsgeber ungewöhnliche Perspektiven auf die Dorfentwicklung und können Impulse für neue Projekte geben und zugleich die lokale Identität der Bürgerinnen und Bürger stärken und fördern“, erklärt Cynthia Krell, die sich im Team der REGIONALE 2025 um den Themenbereich Kultur kümmert.

Was neue Perspektiven in Dörfern bewirken können, zeigte der Berliner Kurator und Galerist Alexander Koch in seinem Vortrag über die „Neuen Auftraggeber“. Bei diesem weltweit agierenden Projekt arbeiten engagierte Bürgerinnen und Bürger jeweils mit einer Künstlerin oder einem Künstler zusammen, um kreative Lösungsansätze für eine konkrete Herausforderung in ihrem Dorf oder ihrer Stadt zu finden und diese auch tatsächlich umzusetzen. Was entsteht, ist so individuell wie die Auftraggeber: zum Beispiel eine neu konzipierte und architektonisch besonders innovative Grundschule in Frankreich oder ein Gemeinschaftsgarten für ein Dorf in Brandenburg. Ein Ansatz, der auch für die Dörfer in Südwestfalen interessant sein könnte, da waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Weitere Inspirationen kamen von Dr. Marta Doehler-Behzadi, der Leiterin der „Internationalen Bauausstellung Thüringen“ (IBA). Im Vortrag ergaben sich diverse inhaltliche Schnittpunkte zur REGIONALE 2025. Auch im Rahmen der IBA Thüringen werden Projekte umgesetzt, die den ländlichen Raum aufwerten und voranbringen sollen. Viele der dort bereits angestoßenen Projekte beschäftigen sich beispielsweise mit dem nachhaltigen Holzbau, neuen Formen der gemeinschaftlichen Bauherrenschaft sowie der Leerstandsproblematik und kreativen Nutzungskonzepten. 

„Projekt-Cafés“ bieten Raum für Austausch

„Abgucken erwünscht“ hieß es anschließend in den digitalen „Projekt-Cafés“ zu den Themenfeldern Ehrenamt, Kultur und „Digitales Dorf“. Zu Wort kamen hier Dorfaktive aus der Region und auch Verantwortliche von angehenden und bereits in den Prozess aufgenommenen REGIONALE-Projekten. So ging es im Kultur-Café beispielsweise nach Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein, wo der Verein „Qulturwerkstatt“ mitten im Ortsteil Deuz einen lebendigen Ort für Kultur und Begegnung aufbauen will. Über 70 Bürgerinnen und Bürger sind dem Verein bereits beigetreten und beteiligen sich aktiv an der Umsetzung des Projekts.

Im Bereich Ehrenamt stellten unter anderem die südwestfälischen Kreissportbünde ein gemeinsames REGIONALE-Projekt vor. Verwaltung, Training und Wettkämpfe, Veranstaltungen und auch die Kommunikation zwischen den Vereinen sollen durch das Vorhaben in ganz Südwestfalen digitaler und zukunftsgerechter gestaltet werden.

Um digitale Vernetzung in und zwischen Dörfern ging es im dritten „Projekt-Café“ – ein Thema, das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf besonderes Interesse stieß. Im Dorf Raumland im Kreis Siegen-Wittgenstein, in dem circa 1.350 Menschen wohnen, vernetzen sich die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise über die Plattform nebenan.de. Über 500 Leute sind bereits registriert, informieren sich, tauschen sich aus oder nutzen einen digitalen Marktplatz. Die Plattform sei ein echter Gewinn für das Dorf, vor allem für Vereine und die Nachbarschaftshilfe. Ein weiteres Beispiel für digitale Vernetzung im Dorf ist der sogenannte „Dorffunk“, den eine Teilnehmerin aus Ovenhausen im Kreis Höxter vorstellte. 

Eine durchweg positive Rückmeldung zum digitalen Format gab es am Ende der Veranstaltung von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Wir freuen uns, wie gut der erste digitale ‚Tag der Dörfer‘ bei den Dorfaktiven hier in der Region angekommen ist. Trotzdem soll die Veranstaltung, wenn möglich, im nächsten Jahr wieder direkt vor Ort in einem der Dörfer der Region stattfinden. Der Austausch im digitalen Raum könnte aber zu einem festen zusätzlichen Termin werden“, sagte Dr. Stephanie Arens. Genügend Themen für den nächsten „Tag der Dörfer“ gibt es in jedem Fall, wie eine Umfrage zum Ende der Videokonferenz zeigte. Besonders gefragt waren hier Austausch und Impulse zum Thema Mobilität.

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