Sie liest und schreibt gerne. In ihrer Freizeit treibt sie aber auch ab und an Sport – hauptsächlich Frauenfußball oder Basketball. Die Rede ist von Philisiwe Kunene. Gebürtig aus Hluhluwe in Südafrika absolvierte sie kürzlich ein vierwöchiges Praktikum bei der Gebr. Kemper GmbH + Co. KG in Olpe. Als eine von 30 Stipendiaten der Bonga High School für Abiturienten ist Philisiwe Kunene die erste, die nach ihrem abgeschlossenen Studium (Chemie) nach Deutschland kommt, um praktische Erfahrungen in der Industrie zu sammeln. Ein Praktikum in einem Land, das so ganz anders ist als ihr eigenes.

Seit 2002 gibt es eine offizielle Partnerschaft zwischen dem Städtischen Gymnasium Olpe und der Bonga High School. Auch Kemper zählt seit vielen Jahren zu den Förderern der afrikanischen Schule. In zahlreichen Aktionen spenden Menschen im Kreis Olpe, Unternehmen aber auch Schüler seither Gelder für die Unterstützung des Auf- und Ausbaus der Einrichtung im Zululand. Einer der Organisatoren ist der Olper Arzt Dr. Gerd Reichenbach. „Wir möchten mit unserem Projekt den Kindern vor Ort eine Chance geben. Nur wenige von ihnen erhalten die Möglichkeit von Bildung und Arbeit. Doch gerade diese beiden Punkte sind so immens wichtig, schließlich steht die Bongaschule in einer der ärmsten Regionen in Südafrika.“

Aufgewachsen mit ihren Eltern und elf Geschwistern besuchte Philisiwe Kunene nach ihrem Abitur die University of Kwazulu-Natal in Pietermaritzburg. Nach ihrem abgeschlossenen Bachelor- und Master-Studiengang strebt sie nun die Promotion im Fach „Chemie“ an – als eine von ganz wenigen. „Ich möchte den Menschen in meiner Region ein Vorbild sein und zeigen, was man mit Bildung alles bewirken kann“, ist die 23-jährige Südafrikanerin überzeugt. „Nur die wenigstens Kinder gehen diesen Weg“, ergänzt Dr. Gerd Reichenbach. „Dabei ist Bildung die wichtigste Grundlage, die Lebensbedingungen zu verbessern, vor allem auch die Bildung von Mädchen.“

Eine ausgebaute Infrastruktur, die medizinische Versorgung, funktionierende Elektrizität und fließendes Wasser – Punkte, die Philisiwe Kunene am meisten an Deutschland faszinieren. Alles Dinge, die bei ihr im Zululand nicht selbstverständlich sind. „Ich bin hier in Olpe offen und freundlich empfangen worden“, erzählt sie begeistert. Bei Kemper in Olpe durchlief sie unter anderem die Abteilungen Messebau, Entwicklung, Qualitätssicherung sowie Forschung und Entwicklung. Dabei hat sie nach eigenen Angaben viel gelernt und mitgenommen. Auch die Zeit in ihrer Gastfamilie Brüggemann genoss sie in vollen Zügen. Mit deren Tochter Pia verbindet Philisiwe eine zehnjährige Brieffreundschaft – initiiert durch die Bongaschule. Nur für eines konnte die 23-Jährige sich nicht so ganz erwärmen: das Sauerländer Wetter. „Morgens gerade einmal 4° Grad plus – das ist für mich schon mehr als tiefster Winter“, sagt sie und muss dabei selber lachen.

Anderen empfehlen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here