Drei Schulen mit gemeinsamem Ziel

Kooperation auf dem Bildungshügel Sundern

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Drei Schulen mit gemeinsamem Ziel - sundern, region-arnsberg-sundernDrei weiterführende Schulen gibt es in Sundern, die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium. Hier wurde das dreigliedrige Schulsystem beibehalten, sodass der Kommune die volle Bandbreite an Bildungschancen geboten wird. Unter der neuen Dachmarke „Bildungshügel Sundern“ kooperieren die eigenständigen Schulen nun verstärkt und stellen sich gemeinsam den Herausforderungen, für gute Bildung in Sundern. Das wurde am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Ralph Brodel, Prof. Dr. Rainer Dollase (Universität Bielefeld), Elke Rauh-Reinschmidt vom Verband „Eltern für gute Schule“, Renate Hackmann (Schulleiterin Realschule Sundern), Klaus Nachtwey (Schulleiter Hauptschule Sundern), Martin Barthel (Schulleiter Gymnasium Sundern) und Moderator Klaus-Rainer Willeke deutlich.

Zunächst führte Bildungsforscher Prof. Dr. Rainer Dollase mit einem Impulsvortrag ins Thema ein und referierte launig über die Vorzüge des dreigliedrigen Schulsystems, die Problematiken der Digitalisierung und die Wichtigkeit von praktischem Unterricht sowie handwerklichen Berufen gegenüber der immer weiter zunehmenden Akademisierung.

Einig waren sich alle Teilnehmer des Podiums: Die eine Schule ist nicht wichtiger oder besser als die andere, sondern für jeden Schüler gibt es den richtigen Bildungsweg. Daher kommt der Durchlässigkeit eine besondere Bedeutung zu. Die enge Kooperation der drei Schulen in Sundern ermöglicht schnelle Wechsel, wenn es erforderlich ist. Durch die Schilderungen der Schulleiter wird schnell klar: Hier geht es nicht um Konkurrenz, sondern um das Finden gemeinsamer Lösungen und Wege für gute Bildung. So gibt es einen gemeinsamen Infoabend für Grundschuleltern, einen geteilten Server zur Kosteneinsparung und Förderung der Digitalisierung, Räumlichkeiten, die den anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden, gemeinsame AG’s, einen gleichzeitig stattfindenden Tag der offenen Tür am 18. Januar und auch in Zukunft gemeinsam ausgerichtete Info- und Kulturveranstaltungen.

Im Zuge des Zusammenschlusses zum „Bildungshügel Sundern“ werden Stärken erkannt und Synergieeffekte nutzbar gemacht. Elke Rauh-Reinschmidt als Vertreterin der Elternsicht befürwortet die eingeleiteten Maßnahmen, als Unterstützerin des dreigliedrigen Schulsystems zur Vermeidung von großen Streubreiten in den Klassen, zum Wohle und zur Förderung des einzelnen Kindes. Auch Prof. Dollase bestärkt den eingeschlagenen Weg der Sunderner Schulen und spricht von einer „raffinierten Kooperation“.

Der Name „Bildungshügel“ ist dabei nicht von ungefähr: Gleich nach dem Sorpesee sei der Bildungshügel ein „Identifikationsanker“ für Sundern, stellte Ralph Brodel fest. Denn die Bildungslandschaft der Stadt ist geprägt von den drei weiterführenden Schulen, die direkt nebeneinander mit den Sporthallen und dem Hallenbad oben auf einem der Sunderner Hügel liegen. Eine Besonderheit, die es so nicht noch einmal in der Region gibt und die es hervorzuheben gilt. Die Marke „Bildungshügel“, im ersten Schritt mit einem gemeinsamen Logo und Infoflyer in Bild- und Schriftform gebracht, und nun der Öffentlichkeit vorgestellt, wird uns in der Region mit Sicherheit ab sofort positiv bestärkend begleiten.

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Nachgefragt!

Heimatliebe: Herr Barthel, Ihr Ziel ist es, dass „jedes Kind glücklich lernen kann“. Wie trägt das dreigliedrige Schulsystem auf dem Bildunghügel dazu bei?

Barthel: Wir (die drei Schulleitungen von Haupt-, Realschule und Gymnasium) sind der Meinung, dass der auf dem Bildungshügel etablierte dreigliedrige Aufbau eine vielfältigere pädagogische Individualisierung ermöglicht, als dies eine einzelne Schulform könnte. Jede Schule hat ihr besonderes Profil, dass auf ganz unterschiedliche Bildungswege ausgerichtet ist. Während wir am Gymnasium beispielsweise neben anderen Schwerpunkten die Vermittlung wissenschaftspropädeutischer Verfahren besonders im Blick haben, erfolgt an den anderen Schulen eine frühere Berufsorientierung mit entsprechenden praktischen Anteilen. Dabei bleibt die Hauptschule eine Hauptschule, die Realschule eine Realschule und das Gymnasium ein Gymnasium! Wir kooperieren, sind aber eigenständig. Somit können wir auf die unterschiedlichsten Entwicklungsbiografien von Kindern und Jugendlichen eingehen und wollen ihnen ein erfolgreiches, „wertgeschätztes“ und eben auch glückliches Lernen ermöglichen. Abschlüsse und Anschlüsse nach der Sekundarstufe I sind dann auch an jeder Schulform gegeben.

Heimatliebe: Herr Brodel, was genau macht die Schulen auf dem Bildungshügel besonders?

Brodel: Alle drei Schulformen haben sich zu einer stringenten und tiefen Kooperation verpflichtet und sehen dabei nur das Wohl der Schülerinnen und Schüler. Keine eigenen Befindlichkeiten, sondern intensive Zusammenarbeit in allen Bereichen, ohne Einschränkungen. Dafür stehen die Schulleitungen und die Verwaltung.

Heimatliebe: Warum gehen Sie als Schulträger mit einer Kampagne für den Bildungshügel in die Offensive? 

Brodel: Wir Menschen sind einfach: wir lieben Verpackungen genauso gerne wie gute Inhalte. Unser Bildungshügel hat sehr gute Inhalte, aber wir haben sie nie richtig verpackt und ins Schaufenster gestellt. Dadurch sind tatsächlich einige Schüler abgewandert nach Arnsberg. Das sollte mehr und mehr der Vergangenheit angehören, denn so viel wie der Bildungshügel zu bieten hat gibt es sonst nirgends.

Heimatliebe: Herr Willeke, Sie haben die Auftaktveranstaltung „Bildungshügel – Zukunft für Bildung in Sundern“ geleitet. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Willeke: Mir hat es sehr gefallen, dass die drei weiterführenden Schulen eng kooperieren und so die Attraktivität des Bildungshügels erhöhen wollen. Nur so bleiben wir in Sundern attraktiv für junge Familien, Schülerinnen und Schüler und Fachkräfte. So wie die Schulen müssen wir in Sundern insgesamt erkennen, dass wir in einem Boot sitzen bei der Zukunftsgestaltung. Das hat die Veranstaltung wertvoll gemacht und es ist gut, dass so viele Interessierte dort waren.

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