Heimat leb!

Wettbewerb des Kreisheimatbundes Olpe

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(v.l.) Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, Hanna Bümmerstede, Antonius Klein, Friederike Rosenthal, Uli Selter, Doris Kennemann, (verdeckt) Birgit Haberhauer-Kuschel, Laurits Strotmann Foto: Martin Kuschel

„Heimat lebt!“ lautet das Motto des Wettbewerbes, den der Kreisheimatbund Olpe zum dritten Mal für Schüler und Studierende ausgelobt hatte. Voraussetzung für die Teilnahme war die Anfertigung einer sehr gelungenen Arbeit mit einer Thematik rund um den Kreis Olpe. Im Rahmen der Mitgliederversammlung in Oberelpse fand kürzlich unter Moderation von Beisitzer Uli Selter die Auszeichnung der diesjährigen Preisträger statt: Friederike Rosenthal (Städtisches Gymnasium Olpe), Laurits Strotmann (St.-Ursula-Gymnasium Attendorn) und Hanna Bümmerstede (Universität Hannover).

„Wir freuen uns sehr, junge und dynamische Menschen heute hier zu haben“, begrüßte Uli Selter die zu Ehrenden. Nach einem Hinweis auf die oft altmodische Verwendung des Begriffes Heimat widersprach er dieser heftig und betonte dessen Aktualität: „Heimat ist etwas, das uns allen am Herzen liegt, das wir anpacken und mitgestalten.“ Neben den engagierten Preisträgern dankte Selter auch den Sparkassen im Kreis Olpe, die großzügig die Preisgelder zur Verfügung gestellt hatten.

In den folgenden Laudationes wurden den Anwesenden die Inhalte der ausgezeichneten Arbeiten vermittelt. Friederike Rosenthal aus Altenwenden hatte sich in ihrer Facharbeit im Grundkurs Deutsch mit dem Wend’schen Platt beschäftigt. Die Laudatio wurde daher von einem Experten auf diesem Gebiet, Karl-Heinz Kaufmann aus Hillmicke, verfasst und von Beisitzerin Doris Kennemann vorgetragen. Friederike Rosenthal ging auf den ganz eigenen Dialekt ihrer Heimat ein, seine sprachgeschichtlichen Ursprünge, die sprachtheoretischen Charakteristika und die Ähnlichkeit zum Niederländischen und Englischen. Zur heutigen sozialen Bedeutung stellt sie fest, dass Jugendliche noch immer in eine Art „Slang“ verfallen, der Redewendungen aus dem Wend’schen Platt verwendet. Über Zukunft der Mundart äußert sie sich pessimistisch und gibt ihr noch höchsten 20 bis 30 Jahre Zeit des Bestehens. Kaufmann appelliert daher in der Laudatio besonders an die politisch Verantwortlichen, stärker als bisher in dieser Hinsicht tätig zu werden. Seine Laudatio endet ganz in diesem Sinne mit den Worten: „Meddche, dat häsche wörklich choadd jemaat!“

Die Facharbeit von Laurits Strotmann aus dem Leistungskurs Geschichte trägt den Titel „Sport im Nationalsozialismus – Umsetzung der Ideologie am Beispiel ausgewählter Sportvereine im Kreis Olpe“. Die von Uli Selter verfasste Laudatio wurde von Beisitzerin Birgit Haberhauer-Kuschel vorgetragen. Mit Fakten von gestern habe Laurits Strotmann eine hochaktuelle Facharbeit geschrieben, die auch höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genüge. Der sportbegeisterte Gymnasiast habe sein Hobby genutzt, um aktive und konstruktive Heimatarbeit zu leisten. Besonders sei es ihm gelungen, den Lesern die Konsequenzen für die Zukunft vor Augen zu führen. „Diese Arbeit sollte im Geschichtsunterricht gelesen werden“, lautet daher das Fazit des Laudators.

Hanna Bümmerstede hat sich in ihrer Masterarbeit im Fach Umweltplanung mit dem Thema „Spuren des Wiesenbaus um 1900 im Wendener Land – Ein Beitrag zum Landschaft Lesen Lernen in Südwestfalen“ auseinandergesetzt. Laudator Antonius Klein vom Fachdienst Umwelt des Kreises Olpe war sichtlich erfreut, die Lobrede auf seine ehemalige Praktikantin halten zu dürfen: „Bei dir, Hanna, trafen Berufswunsch und Berufung zusammen, gepaart mit der nötigen Zielstrebigkeit, Offenheit für Neues und dem erforderlichen Fleiß.“ Letzteren beweist Hanna Bümmerstede in ihrer Arbeit besonders durch die Befragung von Zeitzeugen, die in diesem Fachgebiet selten Verwendung findet. Neben technischen und administrativen Aspekten werden auch der wirtschaftliche und soziale Kontakt betrachtet, in dem sich der Wiesenbau zur Blüte entwickelte. Ihre Arbeit ermögliche es, die Landschaft als ein offenes Geschichtsbuch zu lesen und Spuren jener Epoche zu finden. Der Vorschlag, zur musealen Reaktivierung gut erhaltener Reliktstrukturen des Wiesenbaus sei sinnvoll und über das neue Heimatförderprogramm des Landes wohl auch bezahlbar.

Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, Vorsitzende des Kreisheimatbundes, überreichte den Preisträgern eine Urkunde, den Geldpreis und einen Gutschein für die Schriftenreihe des Kreisheimatbundes.

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