Von Rita Maurer

Hesborn. Warum heißt der Bollerberg Bollerberg und hat eine relativ flache Bergkuppe?

Sonnenaufgang vom Bollerberg – Foto: Rita Maurer

Einer plattdeutschen Erzählung nach soll Noah mit seiner Arche gegen den Berg gestoßen sein und dabei die Spitze abgebrochen haben. Das hat die Riesen, die im Berg wohnten, so geärgert, dass sie kräftig gebollert und so dem Bollerberg zu seinem Namen verholfen haben. Davon abgesehen waren diese Riesen jedoch sehr gutmütig und haben den Hesbornern nachts heimlich – ähnlich wie seinerzeit die Kölner Heinzelmännchen  – viele gute Werke getan. Weil sie aber kein Weihwasser vertragen konnten und deshalb nicht getauft waren, sollte der Hesborner Pastor auf Anweisung aus Paderborn dem Spuk ein Ende bereiten. Da gab es wieder ein großes Bollern – die Riesen verließen aus Protest ihren Bollerberg für immer und flohen in einen tiefen Bergkeller nach Glindfeld. Seitdem ist es vorbei mit der nächtlichen Hilfe in Hesborn.

Die Riesen in ihrem tiefen Keller in Glindfeld besuchen – das dürfen nur Menschen, die auf Heiligabend Schlag Mitternacht geboren sind. Alle anderen können in Glindfeld aber mal das Ohr auf die Erde legen. Vielleicht haben sie Glück und hören die Riesen schnarchen. Aber Achtung: Kein Sterbenswörtchen darüber verraten, sonst wird man verflucht und muss  nachts ausrücken, um den Hesbornern bei der Arbeit zu helfen…..

Quelle: Anton Grosche (plattdeutscher Heimatdichter aus Medebach), Übersetzung und Zusammenfassung: Rita Maurer

Hesborn am Fuße des Bollerbergs – Foto: Rita Maurer

 

 

 

 

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