Von Rita Maurer

Winterberg. Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Das sagten sich am Samstag die 570 Starter beim „Lake Run“ in Winterberg. Bequem gerade aus zu laufen, das ist nicht ihr Ding. Steil, dreckig, nass, knallhart – es muss extrem sein und am besten über die

Steil, dreckig und knallhart: Der Lake Run in Winterberg - winterberg, sport-sauerland, region
Foto: Rita Maurer

körperlichen Belastungsgrenzen hinausgehen. Das ist der besondere Kick, der diese Art Rennen ausmacht. Für Extreme ist Winterberg mit seinen besonderen Herausforderungen und Sportstätten prädestiniert wie kaum ein anderer Veranstaltungsort.

 

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Foto: Rita Maurer

So mussten die Teilnehmer einen Teil der Bobbahn hinauflaufen und anschließend wieder hinunterrutschen oder Skipisten, die teilweise noch schneebedeckt waren, überwinden. Mehrere Meter hohe Hindernisse galt es zu bewältigen, bäuchlings durch Schlammfelder zu robben, über brennende Büsche oder umgestürzte Bäume zu springen, durch Bachläufe zu waten und vor allem durch einen eiskalten Teich zu schwimmen.

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Foto: Rita Maurer

Die Shirt-Aufdrucke vieler Teilnehmer zeigten, dass die von dieser Art Rennen angesprochene Zielgruppe eine ganz eigene Klientel ist und teilweise weite Anreisen auf sich genommen hatte. Sogar aus Barcelona war extra ein Rennläufer nach Winterberg gekommen, um den mit bis zu 60 Hindernissen gespickten Parcours über 8, 12 oder 20 Kilometer zu absolvieren. Heimische Mannschaften waren laut Veranstalter Ingo Schaffranka, der auch für den Silvesterlauf zwischen Werl und Soest verantwortlich ist, nicht am Start.

Kritik an Sicherheit der Läufer

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Foto: Max Maurer

Jedoch nicht alle waren nach dem Zieleinlauf begeistert. Dennis Horn und seine Laufgruppe aus Dortmund kritisierten anschließend die Sicherheit einiger Hindernisse. So seien Geländer zusammen gebrochen, Halteseile abgerissen oder der Untergrund nicht ausreichend gepolstert gewesen. Auch die Duschmöglichkeiten für die völlig verdreckten und verschwitzten Teilnehmer mit kaltem Wasser aus Gartenschläuchen bei Außentemperaturen von 7 Grad in einem Unterstand aus Planen und Bauzäunen seien „dilettantisch“. Ingo Schaffranka wies diese Kritik auf Nachfrage der HEIMATLIEBE jedoch zurück. Es sei richtig, dass ein Hindernis nach wiederholt auftretenden Problemen gesperrt worden sei. Auch die Dusch- und Umkleidebedingungen seien nicht optimal gewesen. Mit dem Verlauf des Lake Runs war er ansonsten insgesamt zufrieden: Die angestrebte Teilnehmerzahl von 500 sei übertroffen worden.
Das DRK Brilon war inklusive der Bergwacht Winterberg, die auf Rettungen in unwegsamen Gelände spezialisiert ist, mit 21 Kräften vor Ort. Einsatzleiter Michael Knebel bestätigte, dass die Veranstaltung für ihre Art und Größe mit Ausnahme von zwei Knochenbrüchen und einigen Kreislaufproblemen vergleichsweise ruhig über die Bühne gegangen sei. Und so kündigte Ingo Schaffranka an: Auch 2018 wird es in Winterberg beim nächsten Lake Run wieder extrem werden.

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