WIE MAN KEIN BUCHAUTOR WIRD
VIELE TRÄUMEN VOM EIGENEN BUCH, ABER NUR WENIGE MACHEN ERNST. ICH, 47 JAHRE ALT, FAMILIENVATER, SCHULSOZIALARBEITER, ÜBERZEUGTER SAUERLÄNDER UND HEIMATLIEBE-REDAKTEUR, HABE ES GESCHAFFT.
Im Herbst 2024 habe ich mich mit der Veröffentlichung meines ersten Buches „Paläo-Nerds: Dinosaurier, die Sehnsucht nach Abenteuer und das Erbe der Vergangenheit“ für eine verdammt strapaziöse, oft zum Heulen schöne Reise belohnt. Blut, Schweiß und Tränen: In meinem unterhaltsam erzählenden Sachbuch (nicht nur) für erwachsene Dino-Fans führe ich Euch mit überbordender Leidenschaft durch die gigantischen Zeitspannen der Erdgeschichte und zu spannenden Persönlichkeiten, denen sie wie mir die Welt bedeutet. Versteinerungen, Urzeitforschung und Lebewesen längst vergangener Zeitalter sind mein Metier – das kommt mittlerweile nicht mehr nur im Buchhandel gut an.
Wer jedoch von einem richtig guten, selbst geschriebenen Buch nur ab und zu höchstens mal träumen möchte und es lieber bei den Selbstzweifeln belassen will, bekommt an dieser Stelle sieben exklusive Scheiter-Tipps zur Ermutigung:
1. Wenn Du auf gar keinen Fall voller Stolz Deine Veröffentlichung in den Buchhandlungen Deutschlands erspähen möchtest, fange am besten gar nicht erst an. Konkretere Schritte? Quatsch! Es ist viel leichter, neidisch und ängstlich diejenigen zu bestaunen, die schon über ihren Schatten gesprungen sind! Glaube erst garnicht an Dich und daran, dass das mit Deinem Buch womöglich genauso gut klappen könnte!
2. Hast Du Dich zur Planung Deines Bestsellers aufgerappelt, bleibe bezüglich seines Inhalts und der Zielgruppen so vage wie möglich. Schreibe über nichts, wovon Du Ahnung hast! Frage Dich niemals, welche großartige Geschichte noch nicht auf Deine unnachahmliche Weise erzählt wurde! Wäge niemals ab, was Du für Dein Buch unbedingt zu tun bereit wärest!
3. Juckt es Dich nun wider Erwarten trotzdem in den Fingern und hast Du vielleicht irgendwo ein bisschen Mut getankt, mache einen großen Bogen um Deine Tastatur. Nicht, dass dort wirklich erste Texte sprießen! Wer will schon ausgerechnet Dein Zeug lesen?
4. Glaubst Du dennoch, dass Dein möglicher Output jemandem gefallen könnte, bedenke: Kreativität ist nicht für jedermann. Schreiben hat nichts mit Übung, Recherche, Selbstdisziplin und harter Arbeit zu tun, sondern ist eine Kunst, die nur wenigen in den Schoß fällt. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass Du dazu gehörst?
5. Halte Dein Netzwerk möglichst klein. Hole Dir keine Tipps von Menschen, die den Weg zum eigenen Buch schon gegangen sind. Ziehe niemanden ins Vertrauen – Schreiben ist nur für Einzelgänger!
6. Lass es lieber bleiben! Wer nichts wagt, kann nichts verlieren.
7. Hast Du es bis zu dieser Stelle meines Textes geschafft, schalte ich den Paradoxie-Modus aus und bitte Dich: Fang endlich an, Dich mit Deinem Schreibtraum ernst zu nehmen! Dann kann ich irgendwann sagen: Glückwunsch und willkommen im Club!



Schreib mich gern an für gute Tipps und Ideen auf dem Weg zum eigenen Buch: eiten77@yahoo.de.
Text und Fotos: Stefan Schröder