Vitamine zum Abschneiden

Kresse

Ein echter Allrounder mit einer Vielzahl an Überraschungen – sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde. Mit seinem Ursprung in Vorder- und Zentralasien ist Kresse heutzutage ein unverzichtbares Kraut in jedem Haushalt. Mit einer angenehmen scharfen Würze passt es hervorragend zu den verschiedensten Gerichten – von Brotaufstrichen, über Suppen- und Salattoppings bis hin zu Fleisch- oder Fischbeilagen. Zudem ist Kresse reich an Vitaminen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Frisch, vitamin- und mineralstoffreich und gesund: All das steckt in den kleinen Keimlingen.

Ursprung
Ein kinderleichter Anbau ist nur einer der vielen Vorzüge von Kresse – ob im hauseigenen Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank mit ein wenig Küchenpapier. Sie zeichnet sich aus durch ihre zarten, grünen Blätter und ihren würzigen leicht scharfen Geschmack.
Der Geschmack von Kresse reicht von einem senf- und rettichartigen Aroma bis hin zu einer leicht scharfen, pfeffrigen Note, welche auf das Vorkommen bestimmter Senfglykoside zurück. Darin sind jene Inhaltsstoffe vorhanden, die die Kresse so gesundheitsfördernd machen. Durch den asiatischen Ursprung wird Kresse bereits seit tausenden von Jahren in der traditionellen indischen Heilkunst des Ayurveda für Behandlungen eingesetzt. So zum Beispiel für Magen- und Darmbeschwerden oder auch Muskelschmerzen. Auch in der Antike war die Pflanze bekannt. Im Mittelalter zum Beispiel empfahl Kaiser Karl das Kraut in den Klostergärten anzupflanzen. Kresse ist sehr reich an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Die in der Kresse enthaltenen Senföle wirken außerdem einer Schilddrüsenüberfunktion entgegen. Sie sorgen dafür, dass nicht zu viel Jod in die Schilddrüse gelangt. Durch das vorhandene Chrom, welches die Aufnahme von Zucker in den Zellen verbessert, wird zudem der Blutzuckerspiegel reguliert. Ebenso wirkt Kresse als Blutverdünner und senkt den Blutdruck, wodurch es Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugt. Bei Magen- und Darmbeschwerden eignet sich ein Gemisch aus Kressesamenpulver mit etwas Wasser und Honig. Dieses wirkt besonders reizlindernd. Der durch das Trinken verursachte Schleim setzt sich wie eine Art Schutzschicht auf die Magen- und Darmschleimhaut, wodurch Irritationen gehemmt sowie Infektionen gelindert werden. Bei Erkältungen hilft Vitamin C. Auch dies ist in dem vielseitigen Kraut ausreichend vorhanden. Es wirkt schleimlösend und entzündungshemmend und weitet so die Bronchien. Kresse ist ein echter Allrounder im Gesundheitswesen!

Sorten
Die beliebtesten Kressesorten sind Garten-, Brunnen- und Kapuzinerkresse. Die verschiedenen Sorten aus den unterschiedlichsten Pflanzenfamilien unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Aussehen nicht aber in ihrer Funktionsweise. Die Gartenkresse ist eine einjährige Pflanze, welche feine, gefiederte Blätter aufweist und für ihr schnelles Wachstum bekannt ist. Zudem ist diese besonders reich an Vitamin C, welches am Aufbau von Bindegewebe und Knochen beteiligt ist. Auch Vitamine der Gruppe B sind hier vorhanden, ebenso auch Kalium, Kalzium und Eisen. Daneben ist die Brunnenkresse eine mehrjährige Staude. Diese bevorzugt sehr feuchten Boden, die Blätter sind rundlich und haben eine leicht pikante Würze im Geschmack. Die Kapuzinerkresse hingegen hat leuchtend orangefarbene Blüten und die längsten Blätter mit bis zu 7cm Länge.

Anbau
Kresse selbst anpflanzen? Nichts leichter als das! Denn Kresse ist eines der unkompliziertesten und pflegeleichtesten Pflanzen und hervorragend für Anfänger und den Anbau zuhause geeignet. Die Kresse zieht ihre Nährstoffe vor allem in den ersten Tagen des Anbaus aus dem Nährstoff-Depot des Samens und nicht aus der Erde, dadurch kann man diese sogar auf einem Wattepad oder etwas Küchenpapier auf der Fensterbank anpflanzen. Außerdem werden die Keimlinge bereits als junge Pflanze geerntet, sodass es kaum zu Mangelerscheinungen kommen kann. Einzig etwa ein Schimmel- oder Pilzbefall kann der Kresse zusetzen. Um diesem entgegen zu wirken muss auf einen keimfreien Boden geachtet werden. Die Pflanze wächst sehr schnell und hat kaum Ansprüche an den Untergrund. Die Lichtverhältnisse sind ebenfalls unwichtig für die Kressepflanze – die Keimlinge gedeihen überall. Wichtig ist für ausreichend Feuchtigkeit auf dem Boden zu sorgen und Staunässe zu vermeiden. Ob Anzuchterde, Watte oder auch Küchenpapier, einfach die Samen darauf verteilen und los gehts. Im Haus kann die Kresse das ganze Jahr über aufgezogen werden. Im Garten wächst diese am besten in der Zeit von Mai bis September. Nach spätestens 10 Tagen können die ersten Keimlinge geerntet werden. Kresse sollte erst unmittelbar vor dem Verzehr geerntet werden, denn sonst verliert diese schnell an Wasser und Aromen und auch an ihren Nährstoffen.

Kresse Quark
Eine halbe Zitrone waschen, abreiben und auspressen. Diese mit etwa 50 g Kresse, 100 g Joghurt und 50 g Frischkäse pürieren. Dann 120 ml Schlagsahne aufschlagen und unter das Kresse-Püree heben.

Frisches Brot mit etwas Butter bestreichen und in einer Pfanne für ca. 5 Minuten anrösten. Dieses mit dem Kresse-Quark bestreichen und zum Schluss mit frischer Kresse verzieren!

Kresse Suppe
2 Zwiebeln schälen und fein würfeln.
750 g Kartoffeln waschen, schälen und ebenfalls fein würfeln. In einem großen Topf
2 EL Butter schmelzen lassen und darin die Zwiebeln und Kartoffeln anschwitzen lassen. Mit 100 ml Weißwein ablöschen.
Anschließend 800 ml Gemüsebrühe sowie etwas Salz und Pfeffer hinzugeben und zugedeckt für 20 Minuten dünsten lassen.

In der Zwischenzeit 200 g Räucherlachs in Streifen schneiden. 50 g Kresse waschen, trocken tupfen und diese mit 200 g Schlagsahne in die Suppe geben und pürieren. Zum Schluss das Kressesüppchen anrichten und mit dem Lachs und etwas Kresse garnieren!

Pasta mit Kresse
250 g Nudeln in Salzwasser kochen. Eine Zwiebel schälen, klein hacken und in etwas Olivenöl glasig andünsten. Währenddessen 50 g Kresse waschen und klein schneiden sowie 200 ml Sahne zu den Zwiebeln geben und kurz aufkochen lassen. 1 EL frisches Basilikum waschen und klein hacken. Dies zusammen mit der Kresse in die Sahnesoße geben.

Zum Schluss die Soße mit 2 EL Zitronensaft und etwas Meersalz abschmecken und zu den inzwischen fertig gekochten Nudeln servieren!

Text: Emma Göbel
Fotos: Emma Göbel; Freepik