ÜBER ZWANZIG JAHRE EINSATZ
FÜR DIE MITTE VON WINTERBERG MIT SEINEN DÖRFERN
Nicole Müller und Milena Stark erzählen im Heimatliebe-Interview, wie der Stadtmarketingverein aus zwei Initiativen zu einer tragenden Säule der Stadt wurde und wohin die Reise als Nächstes geht. Wenn in Winterberg neue Spielgeräte und Sitzgelegenheiten den Waltenberg zieren oder die Bühne für das Sparkassen Open Air steht, steckt oft der Stadtmarketingverein dahinter. Geschäftsführerin Nicole Müller und Projektleiterin Milena Stark blicken auf zwei Jahrzehnte zurück und sagen, was als Nächstes ansteht.
RÜCKBLICK: VON DER GRÜNDUNG BIS HEUTE
Wie hat sich der Verein seit der Gründung entwickelt? Der Verein entstand 2003 durch den Zusammenschluss von Kulturforum Winterberg e.V., IG Pro-Winterberg e.V. und dem damaligen Tourismusverband um private und öffentliche Initiativen zu vernetzen und Winterberg als Wohn-, Freizeit- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Heute kooperieren über 240 Betriebe, Vereine und Fördermitglieder sowie Stadt und Winterberg Touristik und Wirtschaft (WTW) zusammen mit dem Stadtmarketing. Bekannte Events und Projekte sind beispielsweise das Stadterlebnis, das Sparkassen Open Air, der Winterberg Gutschein, Aktionen für den Einzelhandel oder das Zentrenmanagement.
WIE HABEN SICH MITGLIEDERZAHL UND STRUKTUR ENTWICKELT?
Aktuell zählt der Verein rund 241 Mitglieder, davon 185 ordentliche Mitglieder und 56 Fördermitglieder. Unter den Mitgliedern sind überwiegend Unternehmen, Vereine und Privatpersonen ebenso wie Banken, die Stadt oder die WTW.
WELCHE PERSONEN HABEN DEN VEREIN MAßGEBLICH GEPRÄGT?
Es gibt viele Menschen, die den Verein vor und hinter den Kulissen maßgeblich geprägt haben. Sie aufzuzählen, würde den Rahmen absolut sprengen. Ihnen allen gebührt aber unser großer Dank. Schließlich gibt es heute nicht mehr viele Stadtmarketingvereine. In Winterberg schon, dank seiner Struktur und der Menschen dahinter. Hervorzuheben ist sicher unser heutiger Bürgermeister Michael Beckmann, der den Verein von der Gründung an über zwei Jahrzehnte als Geschäftsführer begleitet hat.
WAS HAT SICH IM AUFGABENBEREICH VERÄNDERT, WELCHE PROJEKTE STEHEN AN?
Die Kernaufgaben sind über die Jahre gleichgeblieben. Heute versteht sich der Verein als Plattform, auf der Ideen gebündelt, gemeinsame Projekte entwickelt und Impulse für die Zukunft Winterbergs gesetzt werden. Dabei geht es darum, die Lebensqualität für die Menschen vor Ort, die Attraktivität des Einzelhandels und die Identifikation mit unserer Stadt und ihren Dörfern zu fördern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, Unternehmen, Verwaltung und Politik ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Gerade diese Vernetzung ermöglicht es, Herausforderungen gemeinsam anzugehen und Projekte umzusetzen, die einzelne Akteure allein kaum realisieren könnten. Innenstadtbelebung, Aufenthaltsqualität Veranstaltungen, Einzelhandel oder Dorfentwicklung, neu installierte Bänke, Mülleimer, Sitzgelegenheiten in Parkbuchten, Spielgeräte und Bodenelemente sind nur einige Beispiele. Auch die Entwicklung neuer Veranstaltungsformate wie die Sommerbühne in Kombination mit dem Sparkassen Open Air gehören dazu.
MILENA STARK, WELCHES PROJEKT LIEGT IHNEN AM MEISTEN AM HERZEN?
Zum einen der Winterberg Gutschein, der sich seit 2009 fest etabliert hat und Einzelhandel wie Gastronomie gleichermaßen unterstützt. Genauso wichtig ist mir das Sparkassen Open Air: Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl, weil es vor allem für die Einheimischen gemacht ist. Ich bin stolz, dass es sich seit zehn Jahren hält.
NICOLE MÜLLER, WAS TREIBT SIE IN IHRER ARBEIT AN?
Viele Projekte sind nur durch das Gemeinschaftsgefühl und das Miteinander möglich. Ein Ort, der vom Tourismus lebt, braucht ständig etwas Neues. Der Verein trägt dazu bei, die Innenstadt für Einheimische und Gäste weiterzuentwickeln. Wenn Projekte gut angenommen werden und ich positive Resonanz aus der Bevölkerung sehe, ist das wie ein Schulterklopfen. Am Ende geht es darum, Winterberg mit seinen Dörfern als Wohn-, Freizeit- und Wirtschaftsstandort für alle attraktiver zu machen. Besonders für die, die hier wohnen, arbeiten und Urlaub machen.
WO SOLL DER VERIN IN FÜNF JAHREN STEHEN WELCHE PROJEKTE STEHEN AN?
In fünf Jahren soll Winterberg mit seinen Dörfern als Wohn-, Freizeit- und Wirtschaftsstandort weiter gewachsen sein: mit mehr Dorf- und Stadtentwicklung, einer lebendigen Innenstadt und etablierten Veranstaltungen wie dem Stadterlebnis und dem Sparkassen Open Air. Der Tourismus ist eine der großen Stärken Winterbergs mit seinen Dörfern. Er sichert Arbeitsplätze, stärkt den Einzelhandel und die Gastronomie und trägt maßgeblich zur Lebensqualität vor Ort bei. Gleichzeitig bringt die hohe Besucherzahl insbesondere im Winter oder in den Ferienzeiten Herausforderungen mit sich – etwa beim Verkehr oder Parken. Unser Anspruch ist es, die Interessen von Einheimischen, Gästen und Wirtschaft gleichermaßen zu berücksichtigen und daraus gute Lösungen gemeinsam mit Stadt und der WTW für alle zu entwickeln. Kurzfristig stehen Veranstaltungen und die äußere Gestaltung der Innenstadt im Fokus, etwa ein zentralerer Standort für den Handelsmann, mittelfristig Gestaltung der Innenstadt. Ein Beispiel für die Arbeitsweise des Vereins ist die Sommerbühne: Aus dem Sparkassen Open Air und dem Ferienprogramm der WTW wurde ein größeres Format, das Synergien schafft. Genau darum geht es dem Verein seit über zwanzig Jahren: gemeinsam mehr aus Winterberg und seinen Dörfern machen, für alle, die hier leben, arbeiten und ihren Urlaub verbringen.



