STADTWERKE WINTERBERG ZUM ERSTEN SCHWALBENFREUNDLICHEN HAUS IN WINTERBERG AUSGEZEICHNET
EINE BEFLÜGELNDE RETTUNG EINER JUNGEN MEHLSCHWALBE FÜHRT ZUR INITIATIVE – DIE STADTWERKE SETZEN SICH AKTIV FÜR DEN SCHUTZ DER KLEINEN FLUGKÜNSTLER EIN.
Ein „Ausflug“ mit Happy End: Im vergangenen Frühjahr stürzte eine junge Mehlschwalbe bei ihrem ersten Flugversuch in die Regenwasserleitung einer Garage in Winterberg – ein dramatischer Moment, der glücklicherweise ein Herz für die gefiederten Insektenjäger weckte. NABU-Mitglied und engagierter Schwalbenfreund Matthias Kleinsorge sah die missliche Lage des Vogels und wandte sich an die Stadtwerke Winterberg AöR. Dank der vorhandenen Leitungspläne konnte der kleine Flugkünstler von Kleinsorge mit Unterstützung eines Freundes und seiner Familie aus der Leitung befreit werden. Ein Moment, der nicht nur die Stadtwerke emotional bewegte, sondern auch einen nachhaltigen Impuls zur Unterstützung der Schwalbenpopulation setzte.
ENGAGEMENT ZAHLT SICH AUS
Als Matthias Kleinsorge sich am Tag nach der Rettung mit Fotos der kleinen Schwalbe bei den Stadtwerken bedankte, erzählte er auch von dem NABU-Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“. Da sich am Gebäude der Stadtwerke bereits seit Jahren eine große Kolonie Mehlschwalben angesiedelt hat, war der Entschluss schnell gefasst: Auch die Stadtwerke wollten sich um die Auszeichnung bewerben und damit ein deutliches Zeichen für den Erhalt der kleinen Flugkünstler setzen.
Schließlich hatten die Stadtwerke neben den natürlichen Nestern bereits früher auch Kunstnester angebracht und so weitere Brutmöglichkeiten geschaffen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Kleinsorge wurden weitere Schutzmaßnahmen besprochen. Nach einer Überprüfung seitens des NABU war es jetzt dann so weit: Die Stadtwerke Winterberg wurden offiziell als erstes „Schwalbenfreundliches Haus“ in Winterberg ausgezeichnet – ein Titel, über den sich nicht nur die Stadtwerke, sondern auch Matthias Kleinsorge besonders freuen. „Wir freuen uns sehr über die NABU-Auszeichnung – sie bestätigt unser Engagement für unsere gefiederten Mieter und motiviert uns, weitere Maßnahmen zu ergreifen“, so Henrik Weiß, Leiter der Stadtwerke Winterberg AöR.
ANSPORN FÜR WEITERE INITIATIVEN
Auch Matthias Kleinsorge zeigt sich begeistert: Die Auszeichnung des ersten „Schwalbenfreundlichen Hauses“ in Winterberg sei ein Impuls, weitere Hausbesitzer zum Mitmachen zu bewegen. Gerade weil es immer schwieriger wird, geeignete Nistplätze zu finden, ist der Schutz der Mehlschwalben wichtiger denn je – diese stehen unter dem besonderen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. „Wir hoffen, dass unser Engagement als Vorbild dient und weitere Initiativen entstehen – jede Nisthilfe zählt für den Bestand dieser faszinierenden Vögel“, betont Henrik Weiß.
Wer selbst ein „Schwalbenfreundliches Haus“ auszeichnen lassen oder den Erhalt der Schwalben aktiv unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an Matthias Kleinsorge (NABU) über die Mailadresse schwalbenschutz@t-online.de zu wenden.
NABU-PROJEKT „SCHWALBENFREUNDLICHES HAUS“
Seit vielen Jahren zeichnet der NABU in ganz Deutschland Schwalbenfreundliche Häuser und deren Besitzer aus. Die Plakette und die Urkunde können an private Hausbesitzer, Landwirte, Firmen oder öffentliche Institutionen vergeben werden. Einzige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist, dass Mehlschwalben an der Fassade oder Rauchschwalben z.B. im Stall einen Brutplatz haben und ihren Nachwuchs ungestört aufziehen können. Mit dieser Aktion soll auf die Wohnungsnot und den Nahrungsmangel unserer Glücksbringer aufmerksam gemacht werden.
KLEINE SCHWALBENKUNDE:
Mehl- und Rauchschwalben sind Kulturfolger und eng an den Menschen gebunden
Mehlschwalben bauen ihre Nester an der Außenseite von Gebäuden, Rauchschwalben im Inneren von Gebäuden (gerne in Viehställen)
Als ausgeprägte Zugvögel überwintern Schwalben südlich der Sahara und kehren jedes Frühjahr zuverlässig an ihre Brutplätze zurück
Schwalben sind Koloniebrüter und extrem brutorttreu
Als Insektenfresser besteht ihre Hauptnahrung aus Mücken und Fliegen
Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“
Trotz ihrer Anpassung an den Menschen, sind Schwalben inzwischen zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden
WAS KÖNNEN WIR ZUM SCHUTZ DER MEHL- UND RAUCHSCHWALBEN TUN?
Bestehende Brutplätze um jeden Preis erhalten
Kunstnester in der Nähe bestehender Kolonien anbieten
Lehmpfützen anlegen
Insektenreiche Jagdgebiete erhalten und neue Jagdgebiete schaffen