NEUES AUS TITMARINGHAUSEN
FRAUEN IM SCHÜTZENVEREIN, BULLENBALL, HOCHLANDRINDER & VIELES MEHR.
„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“, wusste schon Heraklit. Liebgewonnene Traditionen verschwinden und machen Neuem Platz – auch in Titmaringhausen.
Was gibt es denn Neues in dem kleinen Ort? Zunächst neigt man dazu zu sagen: „Nichts!“
Natürlich liegt Titmaringhausen mit seinen rund 170 Einwohnern immer noch im Talkessel zwischen Krutenberg, Pön und Kentscheid. Und als Sackgasse enden auch die Straßen immer noch hinter dem Ort. Die Nah- bzw. Fernwärme hat sich bewährt, der Fresenhof steht wie eh und je, und das Schützenfest lockt am ersten Augustwochenende immer noch zahlreiche Gäste an. Doch bei näherer Betrachtung gibt es doch so einiges Neues:
Zum Beispiel dürfen seit diesem Jahr auch Frauen reguläre Mitglieder in der St. Antonius-Schützenbruderschaft werden. Nach einer einstimmigen Entscheidung in der Jahreshauptversammlung können Frauen nun in Titmaringhausen als erstem Verein im Kreisschützenbund Brilon nicht nur „Mitglied light“ wie in wenigen anderen Orten werden, sondern haben genau die selben Rechte wie die Männer – von Uniformen und Mitmarschieren über die Mitarbeit im Vorstand bis hin zur Chance, den Vogel abzuschießen.
Es sind auch tatsächlich direkt einige Frauen in den Verein eingetreten, beim Schützenfest Anfang August in Uniform mitmarschiert und haben sogar einige Schüsse auf den Vogel abgegeben. Letztlich hat diesen aber doch ein Schützenbruder geschossen: Peter Große und seine Frau Theresa sind das neue Königspaar geworden.


Nachdem der Sportverein Rot-Weiß vor einiger Zeit mit Hilfe einer Förderung ihr “Werner-Lange-Stadion“ in eine moderne Sportstätte umgebaut hatte, zogen die Schützen nach. Sie nahmen in den letzten zwei Jahren ordentlich Geld in die Hand und wandelten den fast 40 Jahre alten Jugendraum in einen modernen Veranstaltungs- und Speisesaal mit Beamer-Anlage um. Auch die komplette Bestuhlung in Schützenhalle und Saal wurden mit Hilfe von LEADER-Mitteln erneuert.
Ihre erste echte Bewährungsprobe bestand die renovierte Halle beim Schützenfest am ersten Augustwochenende. Als nächste große Veranstaltung steht der Bullenball am Freitag, 31. Oktober 2025, im Kalender.
À propos Bullenball: Der findet in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt und lockt wieder Feierwillige von nah und fern mit einem mechanischen Bullen, der Nightlive Band, einer Bullenbar und bester Stimmung in den kleinen Ort.

Aber nicht nur im Schützenverein tat sich etwas: Der Heimatverein „Unse Thitmarcusen“ hat seit letztem Jahr einen neuen Vorstand, der sich mit dem zweitägigen Martinsmarkt im November letzten Jahres erfolgreich eingeführt hat. Der Heimatverein organisiert außerdem seit Jahren Arbeitseinsätze in und um den Ort, so auch im Juli – in zwei Tagen wurde der Park an der Wilden Aa rundum saniert: ein neues Wanderschild, Pflaster-, Wege- und Beetpflege sowie Renovierung und Umbau des Kinderspielplatzes standen auf dem Programm.
Außerdem hat der Sportverein Rot-Weiß Titmaringhausen 1945 e.V. eine neue Unterabteilung: Vor einiger Zeit fanden sich einige Dartsport-Begeisterte aus Titmaringhausen und der Medebacher Grafschaft und meldeten 2024 gemeinsam eine Mannschaft im „Nordrhein-Westfalen Dartsverband“ an. Jeden Donnerstag wird nun im Sportheim trainiert, und so konnte man im ersten Jahr bereits den dritten Platz in der Rangliste der Kreisliga Südwestfalen 3 belegen.

NEUE GEWERBEBETRIEBE
Was gibt es sonst Neues? Titmaringhausen hat einige neue Gewerbebetriebe: 2022 machte sich Jens Benthaus mit einem Transportunternehmen und Baustoffhandel selbstständig und beschäftigt mittlerweile sieben Fahrer.
Thomas Becker, seit 2013 als DJ Tommes Beck unterwegs, betreibt seit zwei Jahren ein kleines Sägewerk und bietet dort Holz und Lohnschnitt an.
Claudia Pape meldete in enger Kooperation mit der Kreativ-Werkstatt von Bianca Hogrebe aus Referinghausen ein kleines Kunstgewerbe unter dem Namen „AllerHand – gemachtes“ an.
Am Ortseingang von Titmaringhausen betreibt sie ein kleines Selbstbedienungsschränkchen, in dem vorwiegend Keramik für Haus und Garten angeboten wird.
Seit 2024 bietet Jann van der Wal Lebensberatung zur Selbstentwicklung sowie Berufsberatungen stundenweise oder wahlweise auch als mehrtägige Seminare in eigener Ferienwohnung an (www.the_greenpearl.nl).
Und last but not least Anja Biermann. Die gebürtige Titmaringhäuserin zieht nach 20 Jahren Abwesenheit zurück in ihren Heimatort und arbeitet dort als Fotografin. Bereits seit 15 Jahren bietet sie Fotoshootings rund um die Familie an. (www.anjabiermannfotografie.com)

Außerdem brachte Julian Schmidt eine neue Rinderrasse in den Ort. Er züchtet schottische Hochlandrinder, die mit ihrem imposanten Aussehen die Blicke auf sich ziehen.
Man sieht: Auch am Ende der Welt bleibt die Zeit nicht stehen, und es gibt immer mal etwas Neues.
Text: Claudia Pape