KERAMIK MIT LIEBE
„Keramik entschleunigt. Ton zwingt uns, präsent zu sein, geduldig zu werden und Kontrolle abzugeben. Kein Stück lässt sich vollständig planen – jedes erzählt seine eigene Geschichte. Genau das liebe ich daran“, erzählt Laura Vento und blickt mit leuchtenden Augen in ihr Keramikstudio.
Was im Ankleidezimmer zuhause als Hobby begann, ist nach vielen Über-legungen und einigem Mut zu ihrem Lebenstraum geworden. „Das Studio ist mein Wohlfühlort, ein Herzens-projekt und ein Raum, in dem ganz viel Persönlichkeit steckt“, sagt Laura.
Seit November bietet sie in ihrem Keramikstudio an der Ruhrstraße verschiedene Kurse an. „Für Anfänger und Fortgeschrittene ist etwas Passendes zu finden“, erzählt die 29-jährige Arnsbergerin. Sie bietet Handaufbau-Kurse an, in denen ganz ohne Drehscheibe gearbeitet wird – mit Techniken wie Platten-, Wulst- oder Modellieraufbau. Außerdem gibt es Drehscheiben-Kurse, entweder als Schnupperkurs oder als Intensivkurs über drei Tage. „Im Intensivkurs begleite ich die Teil-nehmenden durch den kompletten Prozess: vom Tonaufbereiten über das Drehen und Abdrehen bis hin zum Glasieren“, ergänzt Laura, die die Keramik ganz klassisch im Handaufbau für sich entdeckt hat. „Das Arbeiten mit Ton war für mich von Anfang an ein Ausgleich zum oft kopflastigen Alltag“, erzählt Laura, die hauptberuflich Psychologin ist. Ihr erstes Werk, eine rosa Tasse mit Blumen, begleitet sie heute noch in ihrem Studio.


Nach der Geburt ihres Sohnes hat sich Laura bewusst Raum für sich gesucht, hat erste Kurse an der Drehscheibe besucht und geriet schnell in eine, wie sie es nennt: Töpfer-Sucht. Parallel dazu brachte der erstellte Instagram-Account, zum Zeigen ihrer Werke, erste Anfragen, Aufträge und schließlich auch die Nachfrage nach Kursen. Besonders beliebt sind aktuell die Keramik-Mal-Kurse, die für Jung und Alt gedacht sind. „Wer malen kann, kann kommen“, sagt Laura und lacht. „Besonders schön finde ich die Entwicklung der Teilnehmenden. Viele kommen mit Respekt oder sogar Angst vor dem Material und gehen mit Stolz, Ruhe und oft einem ganz neuen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nach Hause. Es berührt mich immer wieder, zu sehen, wie sehr das Arbeiten mit Ton Menschen erdet und öffnet.“ Zu Beginn der Kurse ist es oft wuselig. Welche Idee setzt man um? Welche Farben verwendet man? Was kann man alles umsetzen? Wo ist das passende Material? Doch nach und nach wird es immer leiser, irgendwann ist es still und man sieht, wie alle konzentriert und glücklich an ihren Stücken arbeiten.


Keramik ist für Laura eine Verbindung aus Handwerk, Kreativität und Achtsamkeit. Laura ergänzt: „Mit den Händen etwas zu erschaffen, das bleibt, das benutzt wird und vielleicht Teil des Alltags eines Menschen wird, empfinde ich als etwas sehr Wertvolles. Mein Studio ist deshalb nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Sein.“
Infos zu den Kursen gibt es hier:
www.ceramore-ceramics.de/toepferkurse/
Texte und Fotos: Laura Kappen