JUGEND FORSCHT BIS INS HOHE ALTER
SEIT 60 JAHREN EXISTIERT DER WETTBEWERB „JUGEND FORSCHT“ IN DEUTSCHLAND
Inzwischen gibt es noch zahlreiche andere Wettbewerbe. So nimmt ein Team des Städtischen Gymnasiums Sundern am 19. März in Olpe am sogenannten Lego-Roboter-Wettbewerb teil. Er fördert Teamgeist, Problem-lösungsverhalten, Motivation und Selbstvertrauen.


„Die Teilnahme ist auf mehreren Ebenen sinnvoll: In der fachlichen Ausrichtung geht es um eine Problemlösung in Richtung Ingenieurwesen bzw. Maschinenbau. So ein Wettbewerb spornt aber die Teilnehmenden auch an, er motiviert sie und zeigt berufliche Wege auf. Zusätzlich lernt man schon zu Schulzeiten Universitäten von innen kennen“, erklärt Dr. Christian Wahle, stellvertretender Schulleiter und Informatiker. Er berichtet, dass bei den Teilnehmenden schon eine gewisse Affinität zum Fachbereich existiert.
HOFFNUNG AUFS NRW-FINALE
Er hofft, dass seine Schüler mit ihren Legorobotern beim zdi-Roboterwettbewerb 2026 wieder ins NRW-Finale vorstoßen, wie schon vor einigen Jahren. Wichtig seien dabei die Problem- und die physikalische Lösung, ein Lego-Auto präzise und flüssig fahren zu lassen: „Es geht hier um eine konkrete Aufgabe und deren Lösung“, so Wahle. Das Gymnasium Sundern nimmt regelmäßig an der Mathe-Olympiade, dem Känguru-Wettbewerb (Mathe) und dem Biber-Wettbewerb (Informatik) teil.
DIETMAR WETZCHEWALD GEWANN 1977 DEN LANDESWETTBEWERB
Dietmar Wetzchewald gewann 1977 den Landeswettbewerb
Vor 50 Jahren nahmen der Neheimer Dietmar Wetzchewald (69) sowie zwei Mitschüler am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil und gewannen ihn. Welche Auswir-
kung dies auf seinen Lebensweg hatte und was es für
heutige Schülergenerationen bedeutet, hat Heimatliebe-Redakteur Matthias Schäfer mit dem Sieger von damals erörtert.
Was war Ihr Thema im Wettbewerb „Jugend forscht“ von 1976/77?
Ein neues Messverfahren zur Bestimmung des Gesamt-Cholesterin-Spiegels im Blut.
Wie sind Sie darauf gestoßen, was hat Sie angeregt, speziell dieses Thema zu wählen?
Intensive Gespräche mit unserem Chemie-Leistungskurs-Fachlehrer am Franz-Stock-Gymnasium über ein Umdenken in der Analytik.
Was war die Motivation, sich damals anzumelden?
Im Rahmen der Bearbeitung des Themas wurde unserer Gruppe klar, dass neue enzymatische Messverfahren in der Medizin viel spezifischer und weniger fehleranfällig sind. Darüber hinaus bereitete es allen Beteiligten großen Spaß, sich Schritt für Schritt die manuellen Fertigkeiten bei der Laborarbeit anzueignen.
Wer hat Sie damals dazu angeregt und Ihre Gruppe unterstützt?
Neben unserem Chemie-LK-Lehrer, Herrn Mennekes, war es auch ein Referendar, der nach seinem abgeschlossenen Chemiestudium ins Lehramt gewechselt ist. Dieser Referendar, Herr Dr. Niemeyer, hat uns inhaltlich, aber auch mit einem erheblichen Zeitaufwand die erforderlichen Kenntnisse beigebracht.
Hatten Sie damals das Gefühl, dass die Teilnahme einen Nutzen für Sie bringen würde? Und wie sehen Sie das heute?
Ja, ganz erheblich sogar. Bei der Teilnahme stand man ja auch im Wettbewerb mit anderen Gleichaltrigen. Diese Arbeit hat unter anderem dazu beigetragen, dass während meiner Oberstufenzeit der Wunsch, Medizin und Pharmazie zu studieren, immer stärker gefestigt wurde.

„Die Teilnahme förderte die Teamarbeit, aber auch unsere Fähigkeit, strukturiert zu lernen.“
Dr. Dr. Dietmar Wetzchewald
Hat Ihnen der Sieg im NRW-Wettbewerb im späteren Beruf geholfen?
Durchaus. Während des Studiums, gerade in der vorklinischen Phase, wurde dieses Engagement von unseren Hochschullehrern sehr positiv wahrgenommen.
Machte es Spaß, sich neben der Schule so zu engagieren?
Absolut, es förderte die Teamarbeit, aber auch unsere Fähigkeit, strukturiert zu lernen. Wir hatten in dieser Zeit gegenüber der gegenwärtigen Generation allerdings den großen Vorteil, dass wir nicht mit digitalem intellekt-freiem Schrott vom Lernen und dem Erleben unserer Umwelt abgehalten wurden.
Blieb noch Zeit für andere Dinge oder war das Forschen Ihr Hobby?
Selbstverständlich blieb ausreichend Zeit für sportliche Aktivitäten und gemeinsame Unternehmungen mit Freunden.
Gibt es von Ihnen Ratschläge an heutige Schülergenerationen, sich anzumelden?
Man kann nur alle auffordern, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen. Es sollte auch unter den Schülern als positives Engagement und nicht als Strebertum gewertet werden.
Abschlussfrage: Wissen Sie, was aus den anderen beiden Siegern wurde?
Ja, das weiß ich. Mein Teampartner Jürgen Barkhoff hat den Lehrstuhl für Germanistik an der Universität Dublin inne und meine Mitschülerin Gudrun Staub ist seit vielen Jahren für Goethe-Institute weltweit tätig.
Das Interview führte Matthias Schäfer
Fotos: u.a. Ralf Litera