EIN VIERTELJAHRHUNDERT UNTERWEGS FÜR DIE WÄRME
WIE FRANK BEULEN IN HALLENBERG MIT HEIZÖL, HERZBLUT UND PERSÖNLICHEM EINSATZ EIN ERFOLGREICHES UNTERNEHMEN AUFGEBAUT HAT.
Wenn Frank Beulen von seiner Arbeit erzählt, dann merkt man schnell: Hier steht keiner, der nur Heizöl verkauft. Hier steht jemand, der seinen Beruf lebt – und dies seit 25 Jahren. Am 1. März 2001 übernahm der heute 53-Jährige den Hallenberger Betrieb Karl-Heinz Steden (Inhaber Elisabeth und Robert Hesse) und legte damit den Grundstein für das, was heute in der Region fest verankert ist: Frank Beulen ist ein verlässlicher Energielieferant mit persönlichem Draht zu seinen Kunden.
Gelernt hat Frank Beulen Kaufmann im Groß- und Außenhandel, auf Wunsch seiner Eltern, um später den elterlichen Betrieb in Medebach, damals „Hitzegrad – Beulen“ weiter zu führen. Das Leben hatte zunächst einen anderen Weg vorgesehen. Die Übernahme des gepachteten Betriebs in Hallenberg markierte den Start in die Selbstständigkeit. Acht Jahre lang stemmten Frank Beulen und zwei Aushilfen, die ihn für ein paar Stunden die Woche unterstützten, fast alles alleine: Telefon, Auslieferung, Fakturierung und die vielen zusätzlichen Aufgaben in dem Betrieb. Seine Frau Nicole hat ihm dafür immer den Rücken freigehalten.


ALS BERUFSOPTIMIST DURCH ARBEITSINTENSIVE ZEITEN
„Ich bin Berufsoptimist“, sagt er über sich selbst. Vielleicht ist es genau diese Einstellung, die ihn durch arbeitsintensive Zeiten getragen hat. Zehn-Stunden-Arbeitstage sind für ihn auch heute noch eher die Regel als die Ausnahme, zu Spitzenzeiten werden daraus auch mal zwölf oder dreizehn Stunden. Feierabend ist, wenn der Laptop zugeklappt wird – dann aber konsequent.
VATER UND SOHN WERDEN ZUNÄCHST ZU MITBEWERBERN
Eine besondere Phase begann 2009: Frank Beulen übernahm den Betrieb seines Vaters Heinz-Dieter Beulen in Medebach, nachdem dieser Ende 2008 aufgehört hatte. Zuvor waren Vater und Sohn tatsächlich mehrere Jahre Mitbewerber – in derselben Branche, aber in anderen Gebieten. Jeder hatte seinen eigenen Kundenstamm, Berührungspunkte gab es kaum. Ein ungewöhnliches Modell, das funktionierte – und schließlich in einem fließenden Übergang mündete.
VERSORGUNG VON 4000 KUNDEN
Heute gehört neben dem Standort Hallenberg auch der Medebacher Raum zum Liefergebiet. Rund 4000 Kunden werden regelmäßig mit Heizöl und Diesel versorgt – überwiegend private Haushalte, aber auch Landwirtschaft und Gewerbe. Hinzu kommt eine sogenannte Schlüsseltankstelle in Hallenberg: eine Chip-Tankstelle für feste Kunden wie Speditionen, ganz ohne Kassenhäuschen, dafür mit digitaler Abrechnung.
„Die Kommunikation mit den Kunden bei der Lieferung – das macht den Job aus!“
Was Frank Beulen an seinem Beruf am meisten schätzt, sind nicht Zahlen oder Literangaben. Es sind die Menschen. „Die Kommunikation mit den Kunden bei der Lieferung – das macht den Job aus“, sagt er. Viele kennt er seit Jahrzehnten. Man weiß voneinander, kennt Eigenheiten, Nachbarn, Hunde – und manchmal auch kleine Dorfgeschichten. Fast schon familiär. Gerade in Notfällen zeigt sich diese Nähe. Wenn die Heizung ausfällt und es kalt wird, hilft Beulen auch kurzfristig – notfalls am Samstagnachmittag. Bei der Firmenbezeichnung ist ihm bis heute wichtig, das mit dem ausgeschriebenen Vornamen ein persönlicher Bezug zu seinen Kunden aufgebaut wird. Dafür steht er, und so handhabt er einen Geschäftsalltag.
DER CHEF IST ÜBERALL MITTENDRIN
Natürlich gab es einem Vierteljahrhundert auch schwierige Zeiten: Personalmangel, Arbeitsüberlastung und manchmal auch ein bisschen Chaos. Momente, in denen alles an ihm hing. Heute ist das Unternehmen, mit einem verlässlichen Team, gut aufgestellt: Zwei feste Fahrer, eine Bürokraft – Tanja Feige, die „gute Seele“ des Betriebs – sowie eine Aushilfe für die Buchhaltung. Dazu kommt ein rüstiger Rentner als Gefahrgutbeauftragter und Aushilfsfahrer. Und Frank Beulen selbst ist überall mittendrin: im Büro, am Telefon und immer noch regelmäßig hinterm Steuer.
EIN FEUERSPEIENDER DRACHE ALS MASKOTTCHEN
Das Maskottchen – der feuerspeiende Drache Fili – ist längst ein Markenzeichen des Unternehmens – und hat eine ganz persönliche Geschichte. Fili steht für Finn und Lilli, die Kinder von Frank Beulen. Sohn Finn ist heute 22, Tochter Lilli 19. Der Drache ziert seit 2006 das Logo, gemeinsam mit dem augenzwinkernden Slogan: „Ruft Fili – und ihr friert nie.“ Ein kleines Detail mit großer Wirkung – und ein schönes Symbol dafür, wie viel Familie in diesem Betrieb steckt. „Meine Kinder kennen mich fast nur in Grün“, sagt Frank Beulen lachend über seine Arbeitskleidung.
25 Jahre nach dem Start blickt er zufrieden zurück – nicht mit großem Pathos, sondern mit Sauerländer Klarheit. Sein Unternehmen ist gewachsen, ohne den Charakter zu verlieren. Persönlich, zuverlässig und immer nah an den Menschen.
Text: Carmen Ahlers
Fotos: Carmen Ahlers, Privat