Die 21. Briloner Waldfee

Julia Thüer hat einen Zweitjob. Die junge Brilonerin bekleidet seit dem Frühjahr das Amt der Briloner Waldfee. Damit geht für Julia Thüer ein Kindheitswunsch in Erfüllung. Als Fabelfigur repräsentiert sie die Stadt mit einer der größten kommunalen Waldflächen in Deutschland.  

Wann ist dir die Waldfee das erste Mal wirklich aufgefallen?

Ich habe die Waldfee eigentlich immer mitverfolgt, wenn ich sie irgendwo gesehen habe. Das erste mal so richtig habe ich sie bei einem Event in der Volksbank in Brilon wahrgenommen. Da hat die Waldfee eine Verlosung begleitet und ich saß als kleines Mädchen, sechs oder sieben Jahre alt, unter den Zuschauern und war richtig fasziniert und habe nur darauf geachtet, was die Waldfee macht.


Was hat dir an der Waldfee besonders gefallen?

Es war auf jeden Fall das Kostüm und die Präsenz und der Charakter der damaligen Waldfee. Ich war so beeindruckt davon, dass ich mich an Karneval in der 3. Klasse auch als Waldfee verkleidet habe. Ganz viele Kinder sind damals zu mir gekommen und haben gefragt: Bist du ein Gartenzwerg? Ich habe dann jedem erklärt, wen ich darstelle und wie großartig ich die Waldfee finde.

Was genau ist die Waldfee denn?

Die Waldfee ist eine Figur, die die Stadt Brilon repräsentiert, in sämtlicher Art und Weise. Zum Beispiel bei lokalen Events, aber auch international. Sie zeigt einfach eine Präsenz, schafft ein Miteinander und die Verknüpfung zur Natur. Kinder und Erwachsene finden sie gleichermaßen toll.


Was muss eine Waldfee denn mitbringen?

Man sollte ein offener Mensch sein, denn man ist ja schon eine Person des öffentlichen Lebens. Die Waldfee wird häufig fotografiert. Es gibt eine Altersbegrenzung, man sollte zwischen 18 und 26 Jahre alt sein, außerdem gibt es eine Mindestgröße. Ansonsten freundlich und sympathisch.  


Wann wurde der Wunsch einmal Waldfee zu sein so richtig ernst?

Als es auf das Abitur zuging. Für mich war klar, ich will nicht sofort studieren oder eine Ausbildung machen. Damals gab es zwei Optionen: entweder ein Auslandsjahr oder die Bewerbung als Briloner Waldfee. Letztendlich habe ich mich für das Auslandsjahr entschieden, denn das war auch ein Kindheitstraum von mir. Daraus sind allerdings zwei Jahre geworden, die ich in Island und den USA verbracht habe. Dazwischen war ich aber auch in der Heimat und habe meine Ausbildung als Ergotherapeutin gemacht. Als ich aus den USA zurück war, kam schnell der Aufruf, Interessierte können sie als 21. Briloner Waldfee bewerben. Ich dachte mir, ich bin schon 24 Jahre alt, wenn nicht jetzt, wann dann. Es war der perfekte Moment.  


Zum Job der Briloner Waldfee gehört ein ganz besonderes Kostüm, das in diesem Jahr von einer Schneiderin aus Attendorn neugestaltet wurde. Wie gefällt es dir?

Sehr gut, es fühlt sich auch gut an. Ich würde es als ein Stückchen Wald beschreiben, was in ein Kleid verwandelt wurde. Das macht es, glaube ich, gerade auch für Kinder so besonders. Die Blätter-Elemente auf dem Hut, die Schluppen, die das Kleid herunterfallen, die Grüntöne. Es ist ein cooles Gefühl das Kleid anzuhaben. 



Privat bist du eher natürlich. Wenn du zur Waldfee wirst, dann ist das schon eine Verwandlung, oder?

Ja, es ist eine Verwandlung und als Waldfee bin ich auch ein anderer Mensch. Privat schminke ich mich fast nie, als Waldfee gehört es aber natürlich dazu. Charakterlich bin ich schon die Gleiche. Aber als Waldfee achte ich schon darauf, dass ich noch ein bisschen mehr aus mir rauskomme, dass ich mehr auf die Leute zugehe, dass ich für jeden ein Lächeln übrighabe, das ist eine kleine Herausforderung, die ich mir selbst stelle: ich möchte den Waldfee-Charakter einfach leben.  
 

Wieviel Zeit nimmt die Vorbereitung in Anspruch?

Allein bis ich das Kleid angezogen habe, alle Schnürungen richtig sitzen, etwa 20 Minuten. Am Anfang war das gar nicht so einfach, aber man entwickelt da schnell die eigenen Methoden. Das Makeup kommt auch noch dazu. Da habe ich schon ein bisschen üben müssen. Meine Schwester hat mir viel geholfen und auch Chat GPT hat mich auch beraten.  



Was haben Familie, Freunde und Arbeitskollegen zu deinem neuen Nebenjob gesagt?

Meine Chefin zum Beispiel in der Praxis “Mein Therapieteam” hat sich sehr für mich gefreut und meine Autogrammkarten gesponsort. Auch meine Arbeitskollegen und Freunde haben super reagiert. Meine Familie natürlich auch. Alle unterstützen mich dabei Waldfee zu sein.  



Was genau ist die Waldfee denn?

Die Waldfee ist eine Figur, die die Stadt Brilon repräsentiert, in sämtlicher Art und Weise. Zum Beispiel bei lokalen Events, aber auch international. Sie zeigt einfach eine Präsenz, schafft ein Miteinander und die Verknüpfung zur Natur. Kinder und Erwachsene finden sie gleichermaßen toll.  

Hast du dir als 21. Briloner Waldfee etwas vorgenommen?

Also ich möchte in der Rolle aus mir herauskommen. Ich möchte jede Challenge die es gibt annehmen. Ich will alles mitnehmen und gleichzeitig aber auch für die Menschen hier in Brilon da sein und eine Verbindung schaffen. Wenn wir international unterwegs sind, möchte ich für Brilon einen positiven Eindruck machen und für meine Stadt werben.  

Das Interview führte Alexa Schröder, Bilder: Sabrinity, BWT Brilon