DER RADTOURISMUS BOOMT UND WINTERBERG POSITIONIERT SICH MIT TOLLEN ERLEBNISSEN ALS TOP-DESTINATION
VOM PROFI-EVENT BIS ZUR FAMILIENTOUR – DIE FERIENREGION WINTERBERG MIT HALLENBERG INVESTIERT MASSIV IN DEN RADTOURISMUS UND POSITIONIERT SICH ALS FÜHRENDE GANZJAHRES-DESTINATION.
Timo Sommer und Michaela Grötecke von der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH geben Einblicke in die Pläne für 2026!
Die Ferienwelt Winterberg mit Hallenberg etabliert sich mit einer klaren Vision und strategischen Investitionen als führende Ganzjahres-Destination für Aktivurlauber, in welcher der Radtourismus eine zentrale Rolle einnimmt. Längst ist das Fahrrad neben dem Wandern zur beliebtesten Aktivität in der grünen Jahreszeit avanciert. Für 2026 kündigen sich spektakuläre Neuerungen an: Internationale Events werden ausgebaut und die Infrastruktur modernisiert. Im Interview erläutern Timo Sommer, verantwortlich für den Radtourismus, und Tourismusförderin Michaela Grötecke die Entwicklungen.
VOM SAISONGESCHÄFT ZUR GANZJAHRES-DESTINATION
Welche strategische Bedeutung hat der Radtourismus mittlerweile für die Ferienwelt Winterberg?
Michaela Grötecke: Der Radtourismus ist eine tragende Säule unserer Ausrichtung auf einen ganzheitlichen Aktivtourismus. Seine Bedeutung wächst stetig. Laut der ADFC-Radreiseanalyse 2023 nutzten 37,4 Millionen Menschen in Deutschland das Fahrrad für Urlaub oder Freizeit – ein riesiger Markt. Wir erleben eine enorme Nachfrage, insbesondere bei Kurztrips. Diesem Trend begegnen wir, indem wir die gesamte Palette abdecken und uns als Top-Destination für Raderlebnisse positionieren, die perfekt zum Wunsch nach Nachhaltigkeit und Gesundheit passt.
Timo Sommer: Winterberg steht für authentische, naturnahe Bike-Erlebnisse im Herzen der Radwelt Sauerland. Auf über 600 Kilometern perfekt ausgeschilderter Routen und Trails findet jeder sein passendes Angebot, ob sportlich-ambitioniert oder genussvoll-entspannt.
FLAGGSCHIFF-EVENTS MIT INTERNATIONALER STRAHLKRAFT
Das 3RIDES-Festival wird 2026 als dreitägiges Gravel-Stage-Race neu konzipiert. Was macht dieses Format so besonders?
Timo Sommer: Im fünften Jahr von 3RIDES schlagen wir vom 17. bis 19. Juli 2026 ein neues Kapitel auf: Ein spektakuläres Gravel-Etappenrennen mit extrem hohem Schotter-Anteil. Das Highlight: Die letzte Etappe ist ein offizieller UCI-Qualifier für die Gravel-Weltmeisterschaften. Das Format spricht leistungsorientierte Amateure an, bleibt aber mit RTF-Touren und Familienangeboten ein Festival für alle.
Auch die renommierte Sauerlandrundfahrt wird 2026 zu einem mehrtägigen Etappen-
rennen ausgebaut. Welche Bedeutung hat das für die Region?
Michaela Grötecke: Die Aufwertung der Sauerlandrundfahrt vom 3. bis 6. September 2026 zum internationalen UCI-Etappenrennen ist ein logischer Schritt nach der Deutschen Meisterschaft 2022 und der Deutschlandtour 2023 bei uns. Solche Rennen sind imagebildend und stärken unsere Position als Sportstadt. Geplant sind neben den Profi-Etappen auch ein Zeitfahren und ein Jedermann-Rennen, um die Begeisterung für den Radsport breit erlebbar zu machen.
INFRASTRUKTUR: DAS FUNDAMENT DES RAD-ERLEBNISSES
Welche Vielfalt an Rad-Kategorien wird in Winterberg unterstützt?
Timo Sommer: Unsere Infrastruktur ist auf maximale Vielfalt ausgelegt. Das Mountainbike, inklusive E-MTB, dominiert bei der Streckenvielfalt. Doch auch das Gravelbike ist stark im Kommen. Durch Fernradwege wie den RuhrtalRadweg sind zudem viele Trekking- und Tourenradfahrer bei uns unterwegs, während das Rennrad-Segment die anspruchsvollen Anstiege der Region nutzt.
Der 230 Kilometer lange RuhrtalRadweg startet in Winterberg. Wie wird dieser in die Strategie integriert?
Timo Sommer: Fernradwege sind essenziell. Der RuhrtalRadweg, erneut vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet, ist ein Aushängeschild. Wir investieren derzeit in die Qualität des Startpunktes und sanieren Teilstücke, um den Komfort, insbesondere für E-Bike-Fahrer, weiter zu erhöhen und die hohe Qualität langfristig zu sichern.
Um die Planung zu erleichtern, wurde eine neue Radkarte entwickelt. Was bietet sie?
Timo Sommer: Die Karte, die sich in finaler Ausarbeitung befindet, wird gebündelte Tourenempfehlungen für Tourenrad, MTB und Gravel enthalten. Zudem sind wichtige Points of Interest und Ausflugstipps entlang der Strecken integriert, um eine umfassende Planung zu ermöglichen.
Zusätzlich werden neue Beschilderungen angebracht. Warum ist das so wichtig?
Timo Sommer: Eine klare Beschilderung ist die Grundlage für ein stressfreies Naturerlebnis ohne ständigen Blick auf das Smartphone. Unsere vier neuen Tourenrad-Runden ab dem Radpoint am Winterberger Bahnhof, deren Beschilderung im Frühjahr 2026 fertig sein wird, ermöglichen genau das. So können wir Radfahrer zudem gezielt lenken und sensible Naturräume schützen.
MOUNTAINBIKE-KOMPETENZ UND NACHHALTIGE PLANUNG
Winterberg positioniert sich mit Bikepark, Trailpark und dem 3 Nations Cup als MTB-Hochburg. Worin unterscheiden sich die
Angebote?
Timo Sommer: Die Angebote sprechen unterschiedliche Facetten des Sports an. Der Bikepark Winterberg steht für „Gravity“ mit Liftnutzung. Der gegenüberliegende Trailpark ist das größte kostenlose Trailnetz im Sauerland und richtet sich an Enduro-Fahrer, die Natur-Trails aus eigener Muskelkraft erfahren wollen. Der 3 Nations Cup am 22. August 2026 ist hingegen ein hochkarätiges Cross-Country-Bundesligarennen.
Wie wird die räumliche Nähe von Bike- und Trailpark genutzt?
Timo Sommer: Wer eine Auszeit vom Bikepark-Trubel sucht, kann direkt in den Trailpark wechseln. Die Angebote ergänzen sich perfekt und weitere Kooperationen sind bereits in Planung, um das Gesamterlebnis zu vernetzen.
Neben großen Rennen gibt es die jährliche Radwoche. Was ist hier geplant?
Timo Sommer: Die Radwoche vom 17. bis 26. Juli ist ein Highlight für eine breite Zielgruppe. Das Programm wird noch ausgearbeitet, aber es wird geführte Touren kombiniert mit Erlebnissen, Kids-Events wie Laufradrennen, Contests und informative Schrauberabende geben.
Wie stellt Ihr bei all den Events das Thema Nachhaltigkeit sicher?
Michaela Grötecke: Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt. Rennen finden ausschließlich auf bestehenden Wegen statt. Wir setzen zudem auf einen E-Fuhrpark, binden bewusst heimische Anbieter ein, um Lieferwege kurz zu halten, und beteiligen uns an Baumpflanzaktionen zur Kompensation.
Welche weiteren Pläne gibt es, um
Winterberg als führende Rad-Destination auszubauen?
Timo Sommer: Wir planen den Anschluss an die „Green Trails“, dem größten Trail-Projekt Europas. Parallel entwickeln wir den bestehenden Trailpark weiter und haben das Ziel, weitere hochkarätige UCI-Großveranstaltungen nach Winterberg zu holen.
Was empfehlt ihr Familien, die Winterberg zum ersten Mal mit dem Rad entdecken?
Timo Sommer: Wichtig ist, vorab die Verfügbarkeit von Leihrädern zu prüfen, falls keine eigenen vorhanden sind. Als Einsteiger-Tour ist die „Tour 1“ ab dem Radpoint am Bahnhof ideal, da sie an vielen Spielplätzen vorbeiführt. Empfehlenswert ist auch unser Radmagazin und eine ausführliche Beratung in der Tourist-Information, um die perfekten Strecken für das ganz persönliche Raderlebnis zu finden.
Text: Ralf Hermann