DAS HERZSTÜCK DES ST. FRANZISKUS- HOSPITALS
Ein unachtsamer Moment – und plötzlich ist alles anders: ein Sturz auf der Skipiste, ein Unfall im Bikepark oder ein Missgeschick im Haushalt. In solchen Situationen zählt jede Minute. Dann beginnt die Arbeit der Chirurgie am St. Franziskus-Hospital Winterberg. „Die Chirurgie ist das Herzstück unseres Hauses – gemessen an den Fallzahlen, sowohl ambulant als auch stationär“, sagt Dr. med. Ayhan Artkan. Seit Januar 2022 leitet er die Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie. Seine Motivation? Eine zutiefst persönliche.
Als Kind überlebte Dr. Artkan einen schweren Verkehrsunfall – nur dank der erfolgreichen Arbeit von Chirurginnen und Chirurgen. „Nach mehreren Operationen konnte ich wieder ein normales Leben führen. Diese Erfahrung hat mich geprägt und in mir den Wunsch geweckt, selbst Chirurg zu werden“, erzählt er. Heute steht er mit großer Leidenschaft an der Spitze eines Teams, das jährlich hunderte Patientinnen und Patienten versorgt – viele davon mit akuten Verletzungen, manche mit lebensbedrohlichen Erkrankungen.
HOCHMODERNE TECHNIK – KLARE ABLÄUFE
Die chirurgische Abteilung ist breit aufgestellt: Von der Versorgung akuter Verletzungen der Extremitäten, des Beckens oder der Wirbelsäule bis zur Allgemein- und Viszeralchirurgie (z. B. bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts) reicht das Spektrum. Gerade wegen der touristischen Lage im Sauerland spielen Wintersport- und Fahrradunfälle eine besondere Rolle. „Wir bieten eine solide Grund- und Regelversorgung auf hohem medizinischen Niveau“, so der Chefarzt. Dazu kommen Spezialisierungen wie die zertifizierte Hernienchirurgie, ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel der Deutschen Herniengesellschaft.
Basis für diesen Anspruch ist modernste Medizintechnik: In den vergangenen Jahren wurde massiv investiert – unter anderem in eine neue Röntgenanlage, ein leistungsfähiges CT-Gerät sowie bald ein MRT. „Wenn ein Patient nach einem Unfall angemeldet wird, ist
der Ablauf klar geregelt: Untersuchung in der Notaufnahme, bildgebende Diagnostik, OP-Entscheidung – je nach Schwere direkt am selben Tag“, erklärt Dr. Artkan. Neben der akuten Hilfe stehen auch planbare Eingriffe im Fokus, bei denen Aufklärung und menschliche Zuwendung helfen, Ängste zu nehmen. „Oft reichen Bilder, Skizzen und Gespräche, um Sicherheit zu geben“, betont er.
DER MENSCH IM MITTELPUNKT
Besonders bewegend sind für den erfahrenen Mediziner jene Momente, wenn schwer verletzte oder erkrankte Menschen nach einer erfolgreichen OP und kurzer Genesungszeit das Krankenhaus fast beschwerdefrei wieder verlassen. „Es sind diese Augenblicke, die mir Kraft geben – denn viele von ihnen hätten ohne schnelle chirurgische Versorgung keine Überlebenschance gehabt.“
Als Arzt und Mensch sieht er seine persönliche Entwicklung als fortlaufenden Prozess: „Man kann in diesem Beruf nicht perfekt sein. Aber man kann sich ständig weiterentwickeln – fachlich und menschlich.“ Die Ausbildung der Assistenzärzte liegt ihm daher ebenso am Herzen wie die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen: „Nur so können wir unseren Patienten die fortschrittlichste Medizin anbieten.“
VERTRAUEN IN DIE REGIONALE VERSORGUNG
Trotz aller Herausforderungen und des spürbaren Fachkräftemangels: Dr. Artkan bleibt optimistisch – auch, was das Vertrauen der Bevölkerung betrifft. „Man sollte den Kliniken und Ärzten in der eigenen Region mehr zutrauen. Wir arbeiten nach denselben Leitlinien und Standards wie große Häuser. Nur in sehr hochspezialisierten Fällen sind weitere Wege sinnvoll.“Seinen Ausgleich findet der verheiratete Vater beim Sport – Joggen, Schwimmen, Fußball – und im Kreise der Familie. Und auch nach vielen Jahren im Dienst bleibt für ihn eines unverändert: „Man muss diesen Beruf lieben. Nur dann kann man die Verantwortung, den Stress und die Intensität mit positiver Energie tragen. Für unsere Patientinnen und Patienten lohnt sich jeder Einsatz.“
Text: Ralf Hermann
Foto: St. Franziskus Hospital Winterberg