Around the World

Silvestertraditionen aus aller Welt

Oma‘s Lifehacks goes International.
Die HEIMATLIEBE hat nachgefragt: Was sind eure liebsten Traditionen rund um die Feiertage, um gut ins neue Jahr zu starten?

Bonne année, Frankreich
In Frankreich spielt Essen um die Feiertage eine wichtige Rolle – Freunde und die Familie treffen sich zu einem festlichen Dinner.Ohne den Buche de Noel, auf deutsch Weihnachtsstamm, Champagner und Foie gras, eine Gänseleberpastete, kommt kein Supermarkt in dieser Zeit aus.

Happy New Year, Großbritannien
In Großbritannien wird Silvester als „New Year’s Eve“ gefeiert. Viele Menschen treffen sich gemeinsam und in London ertönen zu Mitternacht die Glocken des berühmten Big Ben, welche im Fernsehen übertragen werden. Danach singen viele das traditionelle Lied „Auld Lang Syne“, um das alte Jahr zu verabschieden. In Schottland ist außerdem das „First Footing“ ein beliebter Brauch. Dabei soll der erste Besucher, der nach Mitternacht das Haus betritt Glück bringen – besonders, wenn dieser ein kleines Geschenk in Form von Brot, Kohle oder Whiskey mitbringt.

Gleðilegt nýtt ár, Island
Man hat lange über die Isländer gesagt, dass sie abergläubische sind. Dabei geht es um den Glaube an Elfen und die sogenannten „Versteckten Leute“. Das sind Leute, die in einer parallelen Welt leben, und nur selten für uns zu Erscheinung kommen. Silvester ist einer der Tage an dem sowohl Elfen und die Versteckten Leuten für uns sichtbar werden.
In Island ist es, an der Jahreswende, dunkel, fast den ganzen Tag lang. Es gibt nur wenige Stunden Tageslicht. Eine sehr alte Tradition an diesem Abend ist es daher, ein großes Lagerfeuer aufzustapeln und am Abend anzuzünden. Dann wird um das Feuer herum getanzt und gesungen. Man sagt, dann kommen die Wesen, die man normalerweise nicht sieht. Es gibt auch alte Erzählungen, das diese gerade am Silvester-Abend versucht haben Leute in ihre Welt einzuladen.
In neueren Zeiten ist der Gebrauch der Isländer von Feuerwerk legendär geworden. Diese Tradition gibt es seit einigen Jahrzehnten. Verkauft werden die Böller und Raketen von der freiwilligen Bergwache in Island, also kauft man das Feuerwerk, um einen guten Zweck zu unterstützen. Die Menge des abgeschossenen Feuerwerks in Island ist so groß, dass Besucher aus dem Ausland häufig von einem einmaligem Erlebnis erzählen.
Am frühen Silvester-Abend wird meist in familiären Kreisen gefeiert mit gutem Essen und Trinken. Nach dem Essen gehen dann Viele die örtlichen Lagerfeuer besuchen. Um 22.35 Uhr sitzt jedes isländische Menschenskind vor dem Fernseher. Dort läuft im öffentlichen Fernsehen die jährliche Ausgabe einer Komödie zum Jahresende, wo Ereignisse aus der Politik und Gesellschaft in komisches Licht gesetzt werden. Erst danach fängt das Feuerwerk an. Danach gehen viele Leute, besonders die Jungen mit Freunden zur Party bis in die frühen Morgenstunden.

E guets Nöis, Schweiz
In der Schweiz gibt es von Region zu Region unterschiedliche Silvesterbräuche:
Bei einem „Archetringele“ genannten Brauch ziehen im mittelländischen Laupen, Maskierte durch den Ort und versuchen mit Trommeln, Peitschenknall und Schellen die Dämonen zu vertreiben.
In Schwarzenburg, ebenfalls im Mittelland, wird ein als Esel maskierter Einheimischer verprügelt. Der sogenannte „Esu“ steht für alles, was das vergangene Jahr an Schlechtem gebracht hat.
Die Appenzeller verweigerten lange den Gregorianischen Kalender. Dafür feiern sie Silvester gleich doppelt – am 31. Dezember und am 13. Januar. In Trachten, Masken und mit kunstvollen Hüten ziehen die Silvesterkläuse umher und wünschen mit lautem Schellengerassel ein gutes neues Jahr.
In Bergün sind die Strassenlaternen in der Silvesternacht der Treffpunkt für Jung und Alt. Gemeinsam werden romanische und deutsche Lieder gesungen, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue Jahr zu begrüßen. Kurz vor Mitternacht dann der
Höhepunkt: das Lied „Ün mumaint e l’ura batta“, übersetzt „Nur noch wenige Sekunden“.
Der alte Silvesterbrauch des Brunnensingens in Rheinfelden (AG) geht auf das Jahr 1541 zurück. Damals versuchten die verzweifelten Rheinfelder, die durchs Land ziehende Pest mit heiligen Weihnachtsliedern aus der Stadt zu vertreiben. Die Pest ist längst passé, der alte Brauch aber ist bis heute geblieben. Am 31.12. ziehen zwölf dunkel gekleidete Gestalten durch das alte Städtchen und machen an den Brunnen halt, um das Weihnachtslied „Die Nacht, die ist so freudenreich“ anzustimmen.

Gelukkig nieuwjaar, Niederlande
In den Niederlanden beginnt das neue Jahr auf ganz besondere Weise: Mit einem Sprung ins eiskalte Wasser. Beim sogenannten „Nieuwjaarsduik“ auf deutsch „Neujahrstauchen“ versammeln sich tausende Menschen am 01. Januar an Stränden, Seen und Flussufern, um ins kalte Wasser zu laufen. Der bekannteste Ort ist Scheveningen mit oft mehr als 10.000 Teilnehmern. Viele tragen dabei typische, orangefarbene Mützen. Nach dem erfrischenden Bad in der kühlen Nordsee gibt es eine warme Portion Erbsensuppe oder heißen Kakao.

Szczesliwego Nowego Roku, Polen
Der Hauptbrauch früher auf den Dörfern in Oberschlesien war hauptsächlich, dass die Leute nachts gegen Mitternacht beklaut wurden. Alles, was auf den Höfen zu finden war, wurde an anderen Orten versteckt zum Beispiel ein Heuwagen auf dem Dach oder das Gartentor im Teich. Dies wurde hauptsächlich unter den jungen Männern abgehalten. Die Sachen wurde bis zu 2 km weit weg versteckt. Am nächsten Morgen musste alles wieder zusammengesucht werden. Andere Spiele wurde schon früher am 30.11. gefeiert, unter anderem Wachsgießen ins Wasser und der Andreastag. Heute ist vieles wie in Deutschland. Feuerwerk, tanzen und feiern spielen eine wichtige Rolle.

Boldog i’je’vet, Ungarn
Traditionen und Bräuche in Ungarn sind: Feuerwerk und Böller um Mitternacht sowie ein mitternachtlicher Sekt und das Singen der Nationalhymne.
Man feiert Silvester nicht nur um Mitternacht, sondern schon am Abend. Viele Menschen treffen sich mit Freunden oder der Familie zu einer Hausparty. Es wird gegessen, getanzt, gelacht und Musik gehört.
Ein typischer Teil des ungarischen Silvester ist auch das Silvesterkabarett im Fernsehen. Es handelt sich um lustige Shows mit Sketchen, Parodien und manchmal politischem Humor. Viele Ungarn schauen diese Sendungen jedes Jahr, während sie auf Mitternacht warten.
Aberglauben gibt es ebenfalls. Nicht waschen oder Wäsche aufhängen, da sonst das Glück „weggespült“ oder „weggehangen“ wird. Nicht streiten, denn wenn man das neue Jahr mit Streit beginnt, bringt das Unglück für das ganze Jahr. Am Neujahrstag bringt man auch keinen Müll raus. Wenn der Müll rausgebracht wird, geht das Glück fürs neue Jahr verloren. Kein Geflügel oder Fisch essen. Denn Geflügel fliegt weg und Fisch schwimmt weg. Am 01. Januar ist die Linse ein Symbol für Reichtum und Glück. Das Schwein bringt ebenfalls Glück. Deshalb sind Schweinchen-Süßigkeiten oder gebratenes Schwein ein Symbol für das Neujahrsglück.
Geräucherte oder gekochte Würstchen sind Teil des traditionellen Abendessens, oft mit Sauerkraut serviert. „Bejagli“ ist ein Gebäck mit Walnuss oder Mohnfüllung. Dies symbolisiert Wohlstand und Fülle. Am Silvesterabend bricht man untereinander das Brot, damit die Familie immer genug zum Essen hat.
Kein Geld leihen oder verleihen. Sonst bringt es Schulden für das ganze Jahr. Typisch ist auch Lärm zu machen wie Peitschenknallen.

Frohes Neues Jahr, Deutschland
Bei uns wird Silvester mit vielen Feuerwerken, Partys und gutem Essen gefeiert. Familien und Freunde kommen zusammen, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Traditionell isst man oft Raclette oder Fondue, und um Mitternacht stoßen alle mit Sekt an. Sehr beliebt ist auch das Bleigießen (heute auch mit Wachs), bei dem man aus den Formen die Zukunft deutet. Ab Mitternacht wird draußen geböllert, um böse Geister zu vertreiben und Glück für das neue Jahr zu feiern. Die Kultsendung „Dinner for One“ läuft rauf und runter im Fernsehen – viele Menschen schauen diese Jahr für Jahr an.

Gott nytt år, Schweden
In Schweden wird am 13. Dezember das Luciafest gefeiert, ein sehr wichtiges und stimmungsvolles Fest in der Adventszeit. Es erinnert an die heilige Lucia von Syrakus, die Licht in die Dunkelheit brachte. Am Morgen des Festes trägt ein Mädchen, die Lucia, ein weißes Kleid mit einem roten Band und eine Krone aus Kerzen auf dem Kopf. Sie wird oft von anderen Kindern begleitet, die ebenfalls weiße Gewänder tragen und Lieder singen – die traditionellen Lucialieder. Typisch für dieses Fest sind auch die besonderen Leckereien wie die Safranbrötchen „Lussekatter“ und Pfefferkuchen. Das Fest symbolisiert Licht, Hoffnung und Gemeinschaft vor Beginn des neuen Jahres.