6. Tag der Dörfer in Olpe-Oberveischede

"Dableibevorsorge" - Dörfer zukunftsfähig machen

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Traditionell erhält das Gastgeber-Dorf beim Tag der Dörfer einen Obstbaum. Im Bild von links: Eva Borgmann (Südwestfalen Agentur), Sigrid Mynar (Dorgemeinschaft Oberveischede), Franziska Neumann (Südwestfalen Agentur), Meinolf Kühr (Dorfgemeinschaft Oberveischede), Dr. Stephanie Arens (Südwestfalen Agentur). Foto: Stephan Müller/Südwestfalen Agentur

Dörfer lebenswert halten, Ehrenamtler vernetzen, Digitalisierung nutzen: Rund 110 Dorfaktive aus ganz Südwestfalen waren zum 6. „Tag der Dörfer“ nach Olpe-Oberveischede gekommen, um gemeinsam an der Zukunft der Dörfer in der Region zu arbeiten, Praxisbeispiele zu sehen und zu erfahren, wie digitale Hilfsmittel Dorfbewohnern helfen können.

„Digitale Möglichkeiten sind gestaltbar. Mit Menschen und für die Menschen“, sagte Olpes Landrat Frank Beckehoff zu Beginn des 6. Tag der Dörfer, den die Südwestfalen Agentur gemeinsam mit den fünf Kreisen, der LEADER-Region BiggeLand – Echt. Zukunft und dem Sauerländer Heimatbund organisiert hatte. „Es geht um Daseinsvorsorge oder besser gesagt: Dableibevorsorge.“

Impulse bekamen die 110 Gäste auch aus dem Kreis Höxter, wo über das Bundesmodellprojekt „Smart Countryside“ bereits verschiedene Ideen und Projekte umgesetzt wurden. Dazu gehören eine Fürsorge-Plattform für Menschen aller Altersgruppen und die Ausbildung von Dorf-Digital-Experten, die digitales Wissen im Dorf weitergeben.

Gute Beispiele in Südwestfalen: Einkauf mit Tablet im Dorfladen
„Auch in Südwestfalen gibt es schon gute Beispiele“, erklärte Hildegard Schröteler-von Brandt. Als Professorin an der Universität Siegen lenkt sie das Projekt „Digitale Dorf.Mitte“. Dabei werden in Wittgensteiner Dörfern gemeinsam mit den Bewohnern Vorhaben umgesetzt, die Bürgerinnen und Bürgern in ganz praktischen Fragen weiterhelfen: das Einkaufen mit Tablet im Dorfladen für wenig mobile Dorfbewohner oder eine Ampel in Raumland, die Besuchern und Touristen anzeigt, ob das Café in der Nähe des Schieferbergwerks gerade geöffnet hat.

Aktives Oberveischede: Dorfgemeinschaft bündelt Vereinsinteressen
Mit dem Austragungsort Oberveischede zog der „Tag der Dörfer“ erneut in einen äußerst engagierten Ort, der den TeilnehmerInnen in einem Rundgang vorgestellt wurde. So bündelt die Dorfgemeinschaft Oberveischede die Interessen aller Vereine im Ort und entwickelt das Dorf strategisch weiter. Der örtliche Kindergarten steht in der Trägerschaft eines Elternvereins, der wiederum auch den Spielplatz errichtet hat. Über 70 Mitglieder im Verein „Wir für uns“ kümmern sich im Dorf um Menschen, die kurzfristig Hilfe benötigen.

Angespornt durch die vielen kreativen Beispiele diskutierten die Dorfaktiven in Workshops offen über Themenstellungen. So wünschten sich die Dörfer beim Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ neben den Auszeichnungen vor allem eine kontinuierliche Unterstützung über die Wettbewerbszeit hinaus. Die Verknüpfung von Lebensmitteltransporten mit dem ÖPNV wurde ebenso diskutiert wie eine Art Wikipedia für Dorf und Digitalisierung in der Region, wo sich gute Ideen und Wissen miteinander teilen lassen.

„Der 6. Tag hat wieder gezeigt, wie wichtig der persönliche Austausch und die Vernetzung für die Dorfaktiven sind. Digitale Hilfsmittel können helfen, die Vernetzung darüber hinaus zu organisieren – ganz im Sinne der Südwestfalen-DNA der REGIONALE 2025: digital, nachhaltig, authentisch. Wir freuen uns auf Projektideen der Dörfer“, sagte Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 bei der Südwestfalen Agentur. „Helfen wir Vereinen, verbinden Haupt- und Ehrenamt und nutzen digitale Elemente bedarfsgerecht, profitieren davon auch die Dorfmitten“, ergänzten die beiden Projektmanagerinnen Franziska Neumann und Eva Borgmann.

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