Fachveranstaltung „Mit Holz geht was“

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Dr. Stephanie Arens, Südwestfalen Agentur, und Marc Schenuit von der Handwerkskammer Südwestfalen im Gepräch mit Moderatorin Dr. Wiebke Borgers (rechts). (Foto: Stephan Müller/Südwestfalen Agentur)

Das Holz vor der Nase – aber zu selten im Hinterkopf. Südwestfalen, eine der waldreichsten Regionen Deutschlands, besitzt noch ein großes Potenzial, um den Werkstoff Holz stärker einzusetzen. Etwa um das bauliche Gesicht der Region mitzugestalten, nachhaltig Möbel und Häuser zu bauen – und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das wurde bei der gemeinsamen Veranstaltung von KlimaExpo.NRW und Südwestfalen Agentur im Zentrum HOLZ im sauerländischen Olsberg deutlich.

„Holz ist nicht nur ein toller Werkstoff, mit dem relativ schnell und einfach gebaut werden kann. Das Bauen mit Holz bietet auch die einzigartige Möglichkeit, das in Holz gebundene CO2 neutral und dauerhaft in Gebäuden zu ‚lagern‘ und damit zum Klimaschutz beizutragen“, erklärte Architekt Andreas Heupel. Er stellte den rund 90 Architekten, Bauplanern, Handwerkern, Politikern und interessierten Akteuren im sauerländischen Olsberg exemplarisch das H7 Verwaltungsgebäude in Münster vor. Ein Bauwerk, das auf sieben Etagen vornehmlich auf den Werkstoff Holz setzt und durch seine Größe bewusst als Vorbild baulicher Möglichkeiten dienen soll. „Wir müssen zeigen: ‚Mit Holz, da geht was!‘ Und deshalb brauchen wir Vorzeigeprojekte, bis sich das auch in den Köpfen verfestigt hat“, sagte Heupel.

Stärkere Zusammenarbeit von Bauplanern und Handwerkern notwendig
Südwestfalen bietet dafür hervorragende Bedingungen. „Sie finden hier auf relativ kleiner Fläche die ganze Wertschöpfungskette und eine innovative Holzwirtschaft“, erklärte Martin Schwarz von Wald und Holz NRW mit Blick auf die starke Holz- und Forstwirtschaft der Region. Marc Schenuit von der Handwerkskammer Südwestfalen sprach sich für ein engeres Zusammenwirken von Bauplanern und Handwerkern aus. „So lässt sich frühzeitig nachhaltig und wirtschaftlich zugleich handeln.“ Es gebe häufig Vorbehalte bei den Themen Schallschutz oder Brandschutz, erläuterte Prof. Dr. Annette Hafner, Leiterin des Lehrstuhls für Ressourceneffizientes Bauen an der Ruhr-Uni Bochum. „Davon würde ich mich aber nicht vom Holzbau abhalten lassen. Das lässt sich lösen.“

Den Fach-Teilnehmern ging es am Ende des Tages darum, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und stärker für sogenannte Hybridbauweisen zu sensibilisieren. Also Baustoffe dort einzusetzen, wo sie sinnvoll sind. So könnte der Sockel eines Gebäudes aus Beton, die Fassade aber aus Holz sein.

Denkbar für Industrie und regionale Baukultur
„Die Veranstaltung hat nochmal gezeigt, wie vielfältig einsetzbar Holz über die Bau- und Möbelbranche hinaus ist und dass Holz, innovativ eingesetzt, für die gesamte Industrie in Südwestfalen ein interessanter Werkstoff sein kann“, sagte Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 bei der Südwestfalen Agentur. „In der REGIONALE wird darüber hinaus die Gestaltqualität beim (Um)Bau von Gebäuden z.B. in den Stadt- und Dorfmitten eine besondere Bedeutung haben. Für Südwestfalen ist der Werkstoff Holz authentisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass über Leuchtturmprojekte, vor allem durch öffentliche Gebäude oder auch Industriebauten, eine Signalwirkung für das Bauen mit Holz ausgehen kann und wir so sukzessive eine regionale Baukultur etablieren.“

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