Von Rita Maurer

Hallenberg. Als Ameise und Giraffe haben sie angefangen. Lukas Schöttler und Marinko Vračarić aus Hallenberg gehörten jahrelang zum Team der Hallenberger Freilichtbühne – erst im Kinderstück, dann bei den Erwachsenen. Beide haben die Aufnahmeprüfung an einer professionellen Schauspielschule bestanden und machen nun ihr Hobby zum Beruf.

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Foto: Freilichtbühne

Lukas Schöttler studiert seit knapp drei Jahren an der Kunstuniversität Graz, im Sommer 2019 wird er fertig. Der 23-Jährige ist vielen Freilichtbühnen-Besuchern noch eindrucksvoll aus seinen Hauptrollen in den Stücken „Die Päpstin“ und „Die drei Musketiere“ im Gedächtnis.

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Foto: Freilichtbühne

Marinko Vračarić – im letzten Sommer der Kellner in „Sugar“ – hat gleich im ersten Anlauf die Aufnahmeprüfung am „Acting Studio Cologne“ geschafft, eine Privatschule in Köln mit staatlicher Anerkennung. Dort beginnt der 18-Jährige im Herbst nach seinem Fachabi am Berufskolleg Olsberg ein 15-monatiges Intensivstudium mit Abschlüssen in internationalem Filmschauspiel, Synchronisation und Moderation.

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Foto: Freilichtbühne

Beide hatten ursprünglich andere Berufspläne. Lukas hatte bereits eine Ausbildung zum Maschinenführer bei der Firma Viessmann abgeschlossen. Auf die Idee, dass er talentiert genug für eine Karriere als Profi-Schauspieler sein könnte, stieß ihn erst die ehemalige Freilichtbühnen-Regisseurin Birgit Simmler. Sie brachte ihm auch das nötige Rüstzeug bei, so dass er im August 2015 als einer von acht Filmstudenten in Graz angenommen wurde – auf jeden Platz kommen im Schnitt 150 Bewerber!

Lawine und Leichensack kreativ improvisiert

Marinkos Ziel war eigentlich eine Ausbildung als Pilot oder Polizist; sein Traum von der Schauspielerei schien viel zu weit weg. Durch den Beruf seines Vaters als Militär-Attaché lebte der Hallenberger mit seiner Familie von 2012 bis 2016 in Serbien. Die Menschen dort und ein Praktikum bei einem TV-Sender bestärkten ihn, seinen Traum zu leben. Entscheidender Auslöser war der Agentenfilm „Kingsman“ mit Taron Egerton, der sich als relativ unbekannter Schauspieler durchgesetzt hatte. Marinko bewarb sich in Köln und wurde tatsächlich zum Casting eingeladen. Dort musste er u.a. spontan eine Lawine und einen Leichensack improvisieren. Die Jury war dabei so von seiner Kreativität, seinem Willen und seinem Talent überzeugt, dass er einen der wenigen begehrten Studienplätze bekam.

Was lernt man an einer Schauspielschule? „Erst einmal, dass man nichts kann“, erzählt Lukas Schöttler lachend. Es geht los mit Atem- und Sprechübungen, um den Sauerländer Slang auszutreiben und z.B. deutlich „komm herüber“ zu sagen statt „komma rübba!“

Eine Rolle mit ihrem Hintergrund und Umfeld so nah wie möglich an sich ranholen, um sie authentisch zu spielen – das ist eine weitere Erfahrung von Lukas, die er schon auf der Freilichtbühne gemacht hat. Für seine Hauptrolle als Gregor in der „Päpstin“ hat er z.B. eine Zeitlang in Springerstiefeln geprobt, um einen maskulineren Gang zu entwickeln. Von den drei Musketieren hat man ihn noch mit langen Haaren in Erinnerung, jetzt sind sie millimeterkurz. Auf der Bühne in Graz war Glatze nötig – ein Schritt, den auch Marinko sofort für eine Rolle gehen würde!

Familie unterstützt den beruflichen Weg

Von Familie und Freunden bekommen sie die volle Unterstützung für ihren ungewöhnlichen Beruf.  Ansonsten dürfe man einfach nicht darüber nachdenken, was die Leute von einem halten, denn: „Schauspiel wird immer subjektiv bewertet und wirkt auf jeden anders.“

Amerikanische Action-Filme – dafür haben beide von klein auf eine große Vorliebe, weil sie mit ihren irrealen Superhelden und großen Budgets ganz anders als deutsche Produktionen seien. Ziel nach dem Schauspiel-Abschluss ist jedoch erst einmal ein Engagement an einem Theater oder Filmprojekt. Was ist, wenn es nicht klappt? Für Marinko stellt sich diese Frage nicht: „Es gibt keinen Plan B. Ich werde so lange kämpfen, bis mein Plan A aufgeht!“

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Foto: Rita Maurer

Der große Traum von Lukas Schöttler und Marinko Vračarić: „Vielleicht spielen wir beide mal zusammen in einem großen Hollywood-Blockbuster. Und dann erscheinen unsere Namen im Abspann auf der Kinoleinwand – mit Hallenberg dahinter!“

Ganz klar, dass dann die HEIMATLIEBE das erste Exklusiv-Interview bekommt!

Alles Wissenswerte rund um die diesjährigen Freilichtbühnen-Stücke „Heidi“ und „My fair lady“ ist hier zu finden: https://www.freilichtbuehne-hallenberg.de

 

 

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