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Wenn Diana Schröder von ihrer zukünftigen neuen Wohnung erzählt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Rot und lila sollen die Wände gestrichen werden, erklärt sie, verziert mit einem großen BVB-Emblem. Die quirlige junge Dame mit Assistenzbedarf kommt aus Allendorf und wird im nächsten Jahr in Sundern ein neues Zuhause finden. Das Wohnprojekt an der Kurzen Straße, das durch die Elterninitiative IWB e.V. angestoßen wurde, steht kurz vor dem Baubeginn. 40 Menschen mit und ohne Behinderung werden hier ab Herbst 2018 zusammen leben. „Ein Pilotprojekt, das im Sauerland einzigartig ist“, so Winfried Cruse, Geschäftsführer des Josefsheims Bigge. „Für uns als Träger ist das inklusive Wohnangebot eine Weiterentwicklung – und sehr spannend.“ Dabei geht es um mehr, als den Bau eines Wohnhauses: Gleichzeitig wurden mit dem von der Aktion Mensch finanzierten Projekt  „Sundern mittendrin“ die Rahmenbedingungen wie barrierefreie Zugänge in Sundern geschaffen, damit Inklusion gelingen kann. „Es geht darum, nicht nur in Sundern zu wohnen, sondern auch zu leben und das Leben hier mitzugestalten“, erklärt Projektleiterin Diana Solbach. „Unser Ziel ist es, Netzwerke zu schaffen, Vereine und ansässige Firmen mitzunehmen. Wir möchten die Menschen in Sundern sensibilisieren.“

Haus statt Heim

Für das Wohnobjekt hat das Architekturbüro Wächter & Wächter aus Darmstadt den Zuschlag erhalten, die Koordinierung vor Ort übernimmt das Architekturbüro Otte-Nöcker-Partner aus Sundern. „Das Projekt hat uns sofort interessiert“, sagt Architekt Felix Wächter. „Wir mussten erstmal schauen, wo Sundern überhaupt liegt“, fügt er lächelnd hinzu. „Unser Anspruch war es, ein Haus zu bauen, das sich in die Umgebung integriert. Ein Haus statt Heim.“ Das Architekturbüro überzeugte mit seinem Entwurf zweier zusammenhängender Häuser in Holzbauweise, durchgehenden Balkonen und einer Parkanlage – natürlich barrierefrei und rollstuhlgerecht. Fünf Wohngemeinschaften für jeweils vier Menschen mit Behinderung sowie sieben Wohnungen für zwei Personen und sechs Singlewohnungen werden demnächst entstehen. Hinzu kommen noch Gemeinschaftsräume, ein Garten und ein gemeinschaftlicher Hof, in dem man im Sommer Feste feiern kann. Der jüngste Bewohner ist 18 Jahre, der älteste Mitte 70. „Es wird kunterbunt“, freut sich Projektleiterin Diana Solbach. Und sie ist auch ein wenig stolz: „Selbst alteingesessene Sunderner verkaufen ihr Haus und möchten hier wohnen.“ Alle Wohnungen seien bereits vermietet, es gebe eine Warteliste. Interessenten können sich gerne von Diana Solbach im Büro beraten lassen, dass das Josefsheim im Lockweg eingerichtet hat, oder sich unter ihrer Handy-Nummer 0160 94875777 melden. Weitere Infos gibt es unter www.sundern-mittendrin.de oder josefsheim-bigge.de.

„Individuell trifft individuell“

Die völlig unterschiedlichen Bedarfe der zukünftigen Bewohner sieht Geschäftsführer Winfried Cruse als besondere Herausforderung: „Individuell trifft individuell“. Diana Solbach ergänzt: „Wir denken ganzheitlich, schauen genau auf den Menschen und treffen uns in der Mitte – das ist schon eine Kunst.“ Für die 29-jährige Diana Schröder ist es ein Segen. Sie ist demnächst „mittendrin“ in Sundern. Ein Eis mit ihren Freundinnen in der City, Stammtisch im „Tagwerk“ oder ein Besuch bei ihren Eltern in Allendorf – alles kein Problem. „Und das beste“, grinst sie: Jetzt kann ich zweimal Schützenfest feiern! Einmal in Sundern und einmal in Allendorf.“

Mittendrin statt nur dabei - sundernMittendrin statt nur dabei - sundern

Text und Fotos: Beatrix Collins

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