Von Rita Maurer:

Hallenberg. „Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus“ – dieser Evergreen von Freddy Quinn steht für Carsten Hesse aus Hallenberg – beruflich und privat. Seit 25 Jahren singt und spielt der 46-Jährige nun auf der Bühne, knapp 10 Jahre davon unter seinem Künstlernamen Freddy Albers.

Freddy Albers steht für Freddy Quinn und Hans Albers. Mit den Hits dieser beiden unvergesslichen Kult-Idole ist er mittlerweile nicht nur im Norden, sondern in ganz Deutschland fast jedes Wochenende unterwegs. Doch meistens sonntagabends kommt der Hallenberger Junge mit seiner Frau und Managerin Marion dann wieder gern nach Hause, denn im „richtigen“ Leben arbeitet er schon seit seiner Ausbildung bei der Firma Borbet in Medebach.

Foto: Rita Maurer

In dieser Woche feiert Carsten Hesse nun sein silbernes Bühnenjubiläum mit zwei Auftritten in Hallenberg und Winterberg. Denn am 31. Mai 1992 hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt – in Somplar in einer Kneipe für 50 Mark Gage, ein paar Tage später dann auch in Hallenberg im ehemaligen Café von Klaus-Dieter Müller.

Musikbegeisterte Familie

Die Musik liegt bei ihm in der Familie. Von Mutter und Oma hat er das Talent zum Gitarre-Spielen und das musikalische Gehör geerbt. Sein Vater hatte eine riesige Schallplattensammlung, die er als Kind stundenlang rauf und runter hörte. In der Schule konnte er mit dem Fach Musik nicht viel anfangen, zuhause brachte er sich selber auf Omas Wandergitarre die ersten Griffe bei, später auch Klavier und Ukulele. In einem Liederheft fand er Akkorde, die er nach Gehör erweiterte, um sich selbst zu begleiten. Denn er wollte die Hits und Oldies singen, die ihn auf den Platten faszinierten: Elvis, Dean Martin, Frank Sinatra, die Schlager der 50er bis 70er Jahre, Rock´n Roll, Country, Swing und die alten Seemannslieder – das war und ist seine Musik.

„Elvis-Revival-Band“ und andere Formationen

Ein Nachbar hörte ihn eher durch Zufall und vermittelte ihm einen Kontakt nach Frankenberg zu seiner ersten Band „Online“ – ein Ende der 80er Jahre fast zukunftsweisender Name! Schnell wurden auch andere Bands auf den stimmgewaltigen Hallenberger aufmerksam. Carsten Hesse sang über die Jahre in verschiedenen Formationen, darunter auch die „Elvis-Revival-Band“ aus Marburg. Seine Elvis-Interpretationen sind bis heute legendär. Trotzdem verzichtete das Allroundtalent damals noch darauf, sich auf eine Musikrichtung zu spezialisieren: „Es gab bereits jede Menge am Markt. Besonders in der Kategorie „Elvis“ – aber leider meist in Richtung Partymusik bis Karneval – und dafür bin ich wieder zu großer Elvis-Fan.“

Bei seinen Auftritten streute er auch immer mal wieder Stücke wie „La Paloma“, „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“ oder „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ in sein breites Repertoire ein. Das machte nicht nur ihm Spaß, weil er diese Seemanslieder und besonders Freddy Quinn und Hans Albers schon immer mochte. Es kam auch beim Publikum an. So entstand  die Idee, als „Freddy Albers“ mit Kapitänsmütze und Seemannsjacke die bekannten und weniger bekannten Lieder der beiden wieder aufzuerwecken. Und diese Idee schlug ein: Die verblüffend ähnliche Interpretation der bis heute bekannten Gassenhauer, gepaart mit genau der richtigen Mischung aus Heimweh-Timbre und Schunkellaune brachten Engagements an der Reeperbahn oder beim Hamburger Hafengeburtstag und bald Auftritte in Funk und Fernsehen in ganz Deutschland mit sich. So wurde er beispielsweise von der Südwestfalen-Philharmonie und einem großen Chor begleitet oder sang zusammen mit dem aus der ARD-Sendung „Inas Nacht“ bekannten Shanty-Chor „Die Trampentrekkers“.

Manager von Freddy Quinn stellt Original-Musik zur Verfügung

Der Manager von Freddy Quinn freute sich über dieses Revival so sehr, dass er Carsten Hesse viele Original-Playbacks zur Verfügung stellte, die noch von großen Orchestern eingespielt wurden und heute unbezahlbar wären. Ein besonderer Pluspunkt für den Erfolg des Hallenberger Entertainers mit der sonoren, raumgreifenden Stimme als Freddy Albers ist sicherlich die gleiche Haltung, die er schon bei Elvis bewies: „Ich parodiere Freddy Quinn und Hans Albers nicht, dafür habe ich viel zu viel Hochachtung vor ihnen.“

Sein allererstes Stück auf der Bühne damals in Somplar war übrigens „Green, green grass of home“. Ist für ihn das Gras zuhause im Sauerland grüner als anderswo? „Das vermag ich nicht zu sagen“, antwortet er darauf. „Aber nach Tagen der hektischen Betriebsamkeit auf Konzerten und langen Autofahrten freuen wir uns auf die Ruhe und Beschaulichkeit hier. Das Sauerland bzw. Hallenberg bedeutet schon Heimat für mich.“

Heimatliebe lesen an der Waterkant… Foto: Rita Maurer

Deshalb ist Carsten Hesse, der über ein bemerkenswertes Hallenberg-Wissen verfügt, auch überzeugter Fan der HEIMATLIEBE und verfolgt regelmäßig alle Artikel: „HEIMATLIEBE gefällt mir sehr gut, und da ich im Internet recht aktiv bin, kriege ich davon auch viel mit – was sonst vielleicht an mir vorbei gegangen wäre. So wie unlängst der „Mittelpunkt von Hallenberg“ mit den neuen Skulpturen am Lieser Kreuzberg – davon habe ich auf Sylt erfahren.“

Am kommenden Wochenende muss er nun mal ausnahmsweise nicht die Koffer für seine Auftritte packen: Am Freitag, 2. Juni, feiert er ab 19 Uhr im Hallenberger Kump sein Bühnenjubiläum mit vielen Songs aus den vergangenen 25 Jahren – Wünsche sind ausdrücklich erlaubt! Und am Pfingstsonntag ist er um 15 Uhr mit seiner „Freddy-Albers-Show“ im Kurpark in Winterberg zu Gast.

Demnächst stehen dann wieder Verpflichtungen in Norddeutschland auf dem Programm. Aber – zum Glück kommt der Junge immer wieder nach Haus!

 

 

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