Von Rita Maurer:

Hallenberg. „Nach Rom noch 338 Kilometer“ – dieses Straßenschild in Pisa hat Michael Mause  noch mehr Schwung gegeben, als er sowieso so schon hat. Mit Zahnpastafrische und Meeresbrise nach Rom - sport-sauerland, region, region-wi-me-ha, hallenbergGestern konnte er ab Pisa bereits das Mittelmeer riechen, heute Mittag hat er es in Livorno erreicht. Und wie es sich für den italienischen Frühsommer gehört, scheint schon seit Tagen die Sonne bei 28 Grad vom Himmel.

Mit Zahnpastafrische und Meeresbrise nach Rom - sport-sauerland, region, region-wi-me-ha, hallenberg
Grafik: Rita Maurer mit outdooractive

Etwas mehr als drei Viertel seines rund 1600 Kilometer langen Fußmarsches von Hallenberg nach Rom sind nun geschafft. Um Trient herum hat er sich ein Stück verlaufen, weil es schier unmöglich war, zu Fuß aus der Großstadt herauszukommen. Nur vierspurige Autobahnen führten ins Umland  – mit so wackeren Wanderern wie Michael Mause hat kein italienischer Straßenplaner gerechnet. Weil ihm das einfach zu gefährlich wurde, hat er dort ein Stückchen Weg mit dem Bus zurückgelegt, bis wieder ruhigere Gefilde erreicht waren. Auch sonst waren die letzten Tage nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, denn die sicheren Radwege, die er seit den Alpen nutzen konnte,  sind nun erstmal vorbei, er muss unmittelbar an vielbefahrenen Straßen entlang. Aber ab sofort hat er das Mittelmeer im Blick, denn bis Rom führt sein Weg nun an der Küste vorbei.

Momentaufnahmen fürs Herz und Eisbecher für die Seele

Gestern Abend gab es in einem kleinen Tante-Emma-Laden voller älterer Italiener spontanen Applaus, als Michael Mause erklärte, dass er nach Rom zum Papst wolle. Immer wieder trifft er hilfsbereite Menschen. So hat ihm ein junger Deutscher erstmal sein Handy auf das italienische Netz eingestellt: „Ich habe die Leute nie vorher gesehen und werde sie auch nie wieder sehen – diese kleinen herzlichen Momentaufnahmen machen die Tour aus“, sagt er. Dazu gehört auch der tägliche Eisbecher, den er sich mittags gönnt und dabei den jeweiligen Ort auf sich wirken lässt.

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Abstecher ins Ferrari-Museum im norditalienischen Maranello

Findig wird man, wenn man über eine so lange Zeit auf das Allernötigste reduziert ist und jedes Gramm im Rucksack zählt. Um sich und seiner Kleidung einen neuen Duft zu verleihen, ist Michael Mause darauf gekommen, Zahnpasta zum obligatorischen Shampoo in die allabendliche Handwäsche zu bröseln. Auch echte Hausfrauensorgen treiben ihn um: Wenn die Wäsche über Nacht nicht trocken wird, muss er sie am nächsten Tag eingerollt in einem Handtuch mitnehmen, was gleich wieder zusätzliche Kilos im Rucksack bedeuten.

Seine Gedanken gehen immer mal wieder in Richtung Heimat. Wie denn die Landtagswahl in Hallenberg ausgegangen ist, war nach dem Wochenende eine seiner ersten Fragen.

Mit dem Fernbus, der jeden Tag ab 17 Uhr von Rom in Richtung Frankfurt startet, will er übernächste Woche irgendwann zurückfahren. 24 Stunden muss er dann stillsitzen – momentan bei seinen mindestens 40 Kilometern am Tag undenkbar. Deshalb beschäftigt er sich auch noch nicht näher mit der Rücktour: „Erstmal voraussichtlich Mitte/Ende nächster Woche in Rom ankommen und ein paar Tage dort genießen. Alles andere ergibt sich dann.“

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