Sauerland/Wittgenstein.  Noch ist die Saison nicht endgültig abgeschlossen, bis mindestens zum Wochenende sind die letzten drei Skihänge geöffnet. Doch die Wintersport-Arena zog schon heute ein Fazit, das gleich in mehreren Punkten rekordverdächtig ist:

Die Verantwortlichen der Wintersport-Arena. Foto: Rita Maurer
  • Bis zu 137 Betriebstage zählten die beschneiten Lifte, die Naturschneehänge liegen zwischen 16 und 37 Tagen. Bis mindestens zum Wochenende sind noch drei Hänge geöffnet. In der Loipe gab es zwischen 15 bis 70 Skitagen.
  • 500 Kilometer Loipen und 130 Liftanlagen standen den Skifans in der Hochphase im Januar zur Verfügung.
  • 900000 Gäste wurden gezählt, darunter überdurchschnittlich viele, die mehrere Tage blieben.
  • 1200 Loipentickets á 4 Euro wurden verkauft. Das Loipenticket ist freiwillig, die Langläufer unterstützen damit die Loipen-Infrastruktur.
  • 2800 Vollzeit-Arbeitskräfte sichert der Winter in der gesamten Region – angefangen bei den Skibetrieben über Gastronomie und Einzelhandel bis hin zum Handwerk
  • 700 Arbeitskräfte beschäftigt allein das Skiliftkarussell Winterberg in der Saison an den Pisten, 100 davon über das gesamte Jahr. Vor dem Ausbau der Pisten ab 2004 waren es noch rd. 70 Saison-Arbeiter.
  • 100 Mio. Euro wurden innerhalb von rd. 15 Jahren privat investiert, 6 Mio. Euro gab es an Förderung.

Wetter

Foto: Rita Maurer

Großen Anteil an diesen Erfolgszahlen hat das Wetter selbst, das den frühesten Liftstart seit der Aufzeichnungen am 12. November ermöglichte. Wetterexperte Julian Pape zeigte auf, dass die Temperaturen und Schneemengen an sich nicht so herausragend waren, jedoch zur richtigen Zeit kamen. Sie ermöglichten den Liftbetreibern eine optimale Pistenpräparierung und bescherten auch den Naturschnee-Gebieten gute Wochen, vor allem im traumhaft schönen Januar.

 

Wintersportanlagen

Foto: Ralf Hermann

Stellvertretend für die Liftbetreiber erläuterte Christoph Klante, dass die Pistenqualität und die Liftanlagen der Wintersportarena ein in deutschen Mittelgebirgen einzigartiges Niveau erreicht hätten, die auch von ambitionierten Sportlern anerkannt würden. Zahlreiche Gäste seien in diesem Winter zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder im Sauerland zum Skifahren gewesen und sehr positiv überrascht von der guten Infrastruktur gewesen.

Langlauf

Mittlerweile sind 80 Mitglieder in den im Dezember neugegründeten Loipenverein eingetreten, auch Gewerbetreibende, berichtete Stefan Küpper von der Nordicsport-Arena.  „Sie unterstützen mit ihren Beiträgen die Loipenskigebiete, die ja keine Einnahmen haben, aber dennoch viel Geld kosten. Mit 1200 Stück sind zudem deutlich mehr der freiwilligen Loipentickets verkauft worden, denn die Langläufer wissen die gute Qualität unserer Loipen zu schätzen.“

Verkehr

Die hohe Zahl der skibegeisterten Tagesgäste führte jedoch mehrfach nahezu zum Verkehrskollaps rund um Winterberg. Michael Beckmann kündigte hierzu kurzfristige Gespräche mit verantwortlichen Stellen über die Stadt hinaus an, da die Verkehrsführung kein alleiniges Winterberger Problem sei. Näheres wollte er dazu noch nicht bekannt geben.

Sportler

Auch die Athleten aus dem Einzugsgebiet der Wintersport-Arena legten eine Top-Saison hin: Mit Andreas Sander, Maren Hammerschmidt, Nadine Horchler, Stephan Leyhe, Robin Geueke, David Gamm und Jacqueline Lölling standen zuverlässig immer wieder Sportler aus dem Sauerland auf den Siegerpodesten. Stützpunkt-Leiter Thomas Grellmann hofft nun auf eine Fortsetzung auch in der kommenden Olympia-Saison und appelliert an das Land NRW, den Spitzensport besser zu fördern.

Ziele

Foto: Ralf Hermann

Das „Wintererlebnis“ sei nun Ziel der Zukunft , kündigte der Vorsitzende der Wintersport-Arena Michael Beckmann an. Die „Sehnsucht der Menschen nach Schnee“ wolle man durch den Ausbau der Angebote im Bereich Winter- und Schneeschuhwandern oder Rodeln bedienen.

Ein erfolgreicher Winter ist aus der Erfahrung von Michael Beckmann das „Sparbuch“  für ein ganzes Jahr: „Die Liftbetreiber und die Gastronomie können sich in diesen Wochen das nötige finanzielle Polster verschaffen für anstehende Investitionen und Renovierungen, die wiederum die Qualität der ganzen Region stärken.“

 

Dem Wunsch der Sportler nach entsprechender Förderung von offiziellen Stellen schloss sich auch Beckmann an: „Durch die gelungene Saison mit ihren Weltcups und sportlichen Erfolgen war das Sauerland und NRW medial vertreten wie selten. Es wäre wünschenswert, dass das Land das Thema deshalb besser unterstützt. Der Wintersport sorge nicht nur wirtschaftlich für die Region, sondern habe auch eine soziale Rendite: „Welcher andere Sport bewegt so viele Menschen in der Natur und an der frischen Luft?“

 

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