Hallenberg. „Die Stars, die ich mir früher aus der Bravo ausgeschnitten habe, hängen jetzt alle hier im Kump!“ Diese begeisterte Feststellung traf am Samstag nicht nur Bürgermeister Michael Kronauge, sondern sicherlich fast jeder der zahlreichen Gäste, die zur Ausstellungseröffnung „Art by Steinmann“ gekommen waren. Barbara und Lorena Steinmann aus Bielefeld zeigen noch bis zum 29. April über 70 ihrer Bilder im Hallenberger Kump.

Nach dem ersten Rummel, der Otto Waalkes als ihrem gemeinsamen Mentor und dem Comedy-Star Martin Schneider galt, zogen die eindrucksvollen Werke der beiden Malerinnen die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Durchweg Portraits von Stars aus der Pop-, Rock- und Filmszene wie u.a. Mick Jagger, Michael Jackson, Amy Winheouse, David Bowie, John Lennon, Udo Lindenberg oder Madonna und natürlich Otto haben Mutter und Tochter anhand von Fotovorlagen auf großformatige Leinwände gebannt. Schon beim ersten Blick fallen alle Bilder durch ihren hohen Wiedererkennungseffekt der Idole von früher und heute auf. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich dann selbst dem ungeschulten Auge die aufwändige Gestaltung und die unterschiedlichen Techniken der einzelnen Werke.

Ein Bild entsteht in wochenlanger Arbeit

Vom Bravo-Poster zum hochwertigen Ölgemälde - region, region-wi-me-haBarbara Steinmann erklärt am Bild der Jazz-Sängerin Sade, wie sie die Leinwand erst rostrot grundiert und dann mit Gold übermalt hat. Auf den Umrissen des Kopfes hat sie anschließend mit einem speziellen Lack den sogenannten „Craquelé-Effekt“ erzeugt – die aufgespachtelte Masse ist beim Trocknen in unzählige feine Risse, die den goldenen Untergrund zeigen, zersprungen. Darauf hat Barbara Steinmann dann das Portrait von Sade verblüffend echt aufgemalt und Auszüge aus ihrem Liedtext „No ordinary love“ geschrieben. Vervollständigt wurde das Bild durch zahlreiche, als Collage aufgebrachte und mit Harzlack fixierte Rosen. Die Arbeit an diesem Werk zog sich durch die vielen unterschiedlichen Schritte und Materialien über Wochen hin. „Sade ist eine Diva der Musik, deshalb wollte ich sie so hochwertig malen“, beschreibt Barbara Steinmann den Werdegang dieses Bildes.

Bildkomposition ist geplant, Details entstehen spontan

Vom Bravo-Poster zum hochwertigen Ölgemälde - region, region-wi-me-haTochter Lorena Steinmann sucht sich Brigitte Bardot für eine nähere Erläuterung aus: „Das ist von den Bonbon-Farben her ein richtiges Mädchenbild“, erklärt sie lachend. Als erstes hat sie sich dafür ein passendes Foto von der jungen BB als Motiv ausgesucht, die Leinwand türkis grundiert und ein Hochglanz-Foto von der älteren Brigitte aufgebracht. Dann – für einen Laien kaum vorstellbar – hat sie gelbe und pinke Farbe mit Schwung auf das Bild geschüttet, die Spritzer in Sterne und Schriftzüge integriert und zum Schluss das Portrait aufgemalt: „Die Bildkomposition plane ich vorher, aber die spontanen Details entstehen erst durch diese Technik“, sagt sie. Metallic-Schichten lassen das Bild je nach Lichteinfall und Blickwinkel in verschiedenen Farben erscheinen, auch sie hat Wochen daran gearbeitet. Andere Bilder dagegen sind im Liegen in der Nass-in-Nass-Technik entstanden, die ein hohes Tempo beim Malen erfordert.

Vom Bravo-Poster zum hochwertigen Ölgemälde - region, region-wi-me-haDie Steinmanns arbeiten im gleichen Atelier und haben teilweise gleiche Vorlieben, aber auch wiederum ganz unterschiedliche Techniken und inspirieren sich dadurch gegenseitig. Ihre Bilder erzählen förmlich Geschichten, Details wie Tattoos von den Vorlagen finden sich im Hintergrund wieder, manche Teile sind abstrakt, andere dagegen wieder verblüffend detailgenau. Sehenswert. Und deutlich mehr als Bravo-Poster.

Otto Waalkes und Maddin Schneider sind Fans von Hallenberg und der HEIMATLIEBE

Vom Bravo-Poster zum hochwertigen Ölgemälde - region, region-wi-me-haIm Juli 2016 war der Empfang bei seiner eigenen Bilder-Ausstellung in Hallenberg so herzlich, dass Otto Waalkes jetzt gerne in die Nuhnestadt zurückgekehrt ist. Das klingt einfacher, als es tatsächlich war: Gerade erst zurück aus den USA zum Start der Dreharbeiten für einen Fernsehfilm, hielten Otto Waalkes und sein Manager Thomas Trittschanke am Versprechen, persönlich zur Ausstellungseröffnung der Steinmanns zu kommen, fest und warfen sich dann noch in Hallenberg in Schale, um direkt anschließend den Steiger-Award in Dortmund in Empfang zu nehmen. Diese Preisverleihung wollte Otto Waalkes ursprünglich sogar absagen, um im Hallenberger Kump dabei zu sein. Letztlich ließen sich aber beide Termine vereinbaren, indem die Ausstellungseröffnung um einige Stunden vorverlegt wurde.

Vor 12 Jahren haben Barbara und Lorena Steinmann Otto Waalkes als Maler und Kunstpädagoge kennen gelernt: „Wir freuen uns sehr, dass Otto und Thomas nach Hallenberg gekommen sind, denn wir haben beiden viel zu verdanken.“

Vom Bravo-Poster zum hochwertigen Ölgemälde - region, region-wi-me-haUnd auch der bekannte hessische Comedian Martin Schneider, der am Freitag, 31. März um 19 Uhr mit seinem aktuellen Programm „Meister Maddin“ in der hiesigen Stadthalle gastiert, war bei der Ausstellungseröffnung vor Ort. Bisher kenne er Hallenberg nur vom Durchfahren, erklärte er auf die Nachfrage der HEIMATLIEBE, jetzt sei er hier endlich einmal aus dem Auto ausgestiegen. Sein spontaner Eindruck in breitestem Hessisch: „Määäschenhaft ist es in Hallebersch!“

 

Öffnungszeiten der Ausstellung:

InfoZentrum Kump, Petrusstr. 2, 59969 Hallenberg

  • Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr
  • Samstag von 10 bis 12 Uhr, Sonntag von 14 bis 16 Uhr

Der Eintritt ist frei. Am Freitagvormittag, 31. März, sind Barbara und Lorena Steinmann im Kump und stehen für Führungen und Fragen zur Verfügung.

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